Camping für Dummies

Camping für Dummies

by Frau K. Camping Reisen allgemein Reiseticker

Herr L. hat noch nie mehr als zwei Tage am Stück auf dem Campingplatz verbracht. Er ist ein absoluter Camping-Dummie. Bei mir ist es auch schon ziemlich lange her, dass ich im Sommerurlaub mit Kind und Freunden auf dem Campingplatz gezeltet habe.

Wie lange ist mir vor zwei Tagen in der Dusche auf einem Campingplatz in Slowenien aufgefallen. Aber dazu später.

Die erste Nacht in unserem Reisemobil

Die erste Nacht auf dem Weg nach Albanien haben wir auf dem Parkplatz vor einem Campingplatz irgendwo in Bayern übernachtet. Wir wären gerne auf den Campingplatz gefahren, aber wir sind zu spät angekommen. Die Rezeption war nicht mehr besetzt und das Camping-Restaurant war auch geschlossen. Mangels Alternativen haben wir leise unseren Kofferraum ausgeräumt und unser Bett darin aufgeschlagen. Es war ein seltsames Gefühl zum ersten Mal im Kombi zu schlafen. Ein bisschen unsortiert noch und sehr ungewohnt, aber auch wunderschön. Durch die Heckscheibe funkelten die Sterne. Kein Wölkchen am Himmel, der große Wagen direkt über uns. Und wir zwei staunend im kleinen Wagen, wie Kinder, die zum ersten Mal alleine im Zelt im Garten übernachten dürfen.

camping for dummies

Der nächste Morgen war nicht ganz so romantisch. Beschlagene Scheiben, Außentemperaturen im einstelligen Bereich und steife Knochen von der ungewohnt harten Matratze. Eine heiße Dusche wäre gut gewesen, aber immer noch kein Lebenszeichen an der Rezeption. Also haben wir unser Bettzeug wieder eingepackt und sind weitergefahren. Bis zur nächsten Bäckerei, weil ein heißer Kaffee oder Tee eine heiße Dusche recht gut ersetzen kann.

Camping-Tipp für Dummies: Nicht zu spät ankommen. Öffnungszeiten der Rezeption Online oder besser noch durch einen Anruf erfragen. Auf deutschen Campingplätzen ist vor allem in der Nebensaison schon am frühen Abend niemand mehr da.

Bei der zweiten Übernachtung hatten wir mehr Glück. Trotz Vollsperrung auf der Autobahn und zwei Stunden Stau haben wir den netten Besitzer erwischt, bevor er zum Fußballspiel des örtlichen Vereins entschwinden konnte.

camping for dummies

Unfallfrei Duschen

Es ist ja schon eine Kunst Klamotten, Waschbeutel und Handtuch in einer Camping Dusche so unterzubringen, dass sie beim Duschen nicht nass werden. Die eigentliche Herausforderung kommt aber erst beim Abtrocknen und Anziehen.

Wie schlüpft man nach dem Duschen unfallfrei und trocken in die Hosenbeine, Socken und Schuhe?

Bei mir lief das so ab: Alles abtrocknen bis auf die Füße. Ein Hosenbein mit den Zähnen festhalten. Das andere zusammenraffen. Auf einem Bein balancierend mit dem nassen Fuß durch das geraffte Hosenbein. Dann die andere Seite. Kurz durchatmen. Erneute Gewichtsverlagerung auf ein Bein. Fuß abtrocknen, Socken überstreifen und beim Absetzen möglichst den Schuh treffen. Mit dem anderen Fuß wiederholen.

Das ist eine sehr gute Übung um das Innere und Äußere Gleichgewicht in Einklang zu bringen. Es geht aber auch einfacher.

Camping-Tipp für Dummies: Fortgeschrittene Camper ersparen sich den Balanceakt und gehen einfach ohne Socken und mit Badeschlappen duschen. Profis lassen gleich noch die lange Hose weg. Ein echter Camper zeigt gerne Bein. Auch wenn es regnet und die Außentemperaturen bei unter 10 ° Celsius liegen.

Noch mehr Tipps für Camping-Dummies

Gibt es im Laufe unsere Reise …

Mit dem Benz auf den Balkan

Mit dem Benz auf den Balkan

by Frau K. Albanien Reiseticker
Berthold der Benz W123T

August 2013 bei uns im Garten. Wir sitzen auf unserer gerade aus Paletten zusammengezimmerten Bank. Schauen zufrieden ins Grüne und machen Pläne.

Bänke machen das mit mir. Sie bringen mich dazu Pläne zu schmieden. In die Zukunft zu blicken. Mir mein zukünftiges Leben auszumalen. Mit Stühlen funktioniert das nicht. Auf Stühlen sitzt man um zu essen, zu arbeiten oder um sich zu unterhalten. Auf Bänken sitzt man einfach so. Alleine oder zu zweit. Nebeneinander. Blickt in die Ferne. Lässt die Gedanken schweifen. Schmiedet Pläne.

An diesem August jedenfalls, auf der Palettenbank in unserem Garten, wurde er geboren. Unser drei mal sechs Jahresplan

 

Der drei mal sechs Jahresplan

In der Fantasie:

  • 6 Jahre arbeiten, Geld sparen, einen Bus kaufen
  • dann erst mal 6 Jahre lang immer im Herbst/Winter 6 Wochen lang wegfahren, Jahresurlaub zusammenkratzen, 2 Wochen unbezahlten Urlaub dazu und los
  • Europa bereisen, jedes Jahr ein anderer Fokus, eine andere Richtung, soweit man halt kommt in 6 Wochen
  • in den nächsten 6 Jahren sollen aus den 6 Wochen dann 6 Monate werden, 6 Monate arbeiten, 6 Monate reisen, unser Langzeittraum
  • die letzten 6 Jahre verbringen wir dann auf unserer Gartenbank und erzählen unseren Enkeln von unseren aufregenden Reisen

 

In der Realität:

  • waren wir schneller am Ziel als im Traum
  • mit ein bisschen Glück und viel spannender Arbeit
  • schon nach 4 Jahren und ein wenig Downsizing reicht unser Geld
  • aus dem Bus wird ein 35 Jahre alter Mercedes Kombi, mit Matratze im geräumigen Kofferraum
  • wir sind inzwischen beide selbstständig und haben hauptsächlich im Sommer zu tun
  • jetzt im Herbst haben wir Zeit und wollen uns das erste Mal auf den Weg machen

 

Das Ziel der ersten Reise:

  • der Balkan, durch Slowenien, Kroatien, Montenegro bis runter nach Albanien, dann übers Meer und „all the way up“ durch Italien zurück
  • wir fahren mit unserem alten Benz in das Land mit der höchsten Mercedesdichte (lag zeitweise bei 100%), finden wir wenigstens Ersatzteile, wenn was kaputt geht 😉
  • bislang fließen die Touristenströme an Albanien vorbei, dabei hat das Land eine Menge zu bieten, unberührte Berglandschaften, endlose Strände, viel Natur, perfektes Setting für mich
  • sozialistische Architektur in den Städten, rund 200.000 kuriose Betonbunker verteilt im ganzen Land (es waren mal 750.000), traumhafte Fotomotive für Herr L.
  • außerdem Weltkulturerbe-Dörfer in osmanischer Bautradition, ausgesprochen gastfreundliche Menschen
  • wir fahren einmal quer durchs Land, vom Gebirge ans Meer, lassen uns treiben, freuen uns auf Begegnungen und Gespräche
Berthold der Benz W123T

Eine spinnerte Idee wird Realität

Als ich vor vier Jahren mit Herr L. auf der Bank saß und wild vor mich hin fantasierte, glaubte zumindest er nicht daran, dass meine spinnerten Ideen jemals Wirklichkeit werden könnten.

Zu unserem Familien-Patchwork gehören vier Kinder. Drei davon hat Herr L. beigesteuert, für eins bin ich verantwortlich. Der letzte Familienurlaub war gerade vorbei und er war naja – nennen wir es einmal herausfordernd. Zwei Teenager mitten in der Pubertät, einer auf dem Weg dahin und dazwischen ein wenig verwirrt das Nesthäkchen. Alle sehr geliebt und (in der Regel) liebenswerte Geschöpfe, solange die Hormone nicht verrückt spielen.

Unsere Sehnsucht nach trauter Zweisamkeit war jedenfalls groß. Einen Camping-Bus müsste man haben. Einfach einsteigen und losfahren. Ohne festen Plan, einfach nur die Richtung festlegen. Bleiben wo es uns gefällt. Sechs Wochen nur für uns – das Sommerferiensurrogat für Eltern.

Ein Traum, aber kein sehr realistischer. Unser Geld reichte zu der Zeit mit Glück bis zum Ende des Monats. Herr L. war fest angestellt. Ich hatte mich gerade mit meiner Firma auf die Nase gelegt. Sparen, vor allem größere Summen, war nicht wirklich drin. Fast noch undenkbarer war es, dass Herr L. sechs Wochen Urlaub am Stück bekommen würde. Seinem damaligen Chef kamen schon bei zwei Wochen die Tränen. Nie, nie, nie hätte er geglaubt, dass sich die Situation jemals ändern könnte.

But the times they are a changing!

Erst einmal habe ich mein angekratztes Selbstbewusstsein mit viel Gartenarbeit wieder aufgepäppelt. Dann habe ich mangels anderer Beschäftigung begonnen über meinen Garten zu schreiben. Und plötzlich konnte ich mich vor Aufträgen kaum mehr retten. Ähem! Ganz so einfach war es natürlich nicht. Das ist die stark verkürzte Version. Die Ups ohne Downs-Variante sozusagen. Aber tatsächlich hatte ich bald wieder ziemlich viel zu tun. Herr L. kam an den Wochenenden mit dem Fotografieren kaum noch nach. Neben seinem festen Job war das nicht mehr zu schaffen. Bei dem Wort Teilzeit kamen seinem Chef nicht mehr nur die Tränen. Er dachte an Trennung und so kam es dann auch. Mit fünfzig Jahren plötzlich selbstständig. Da hat er ganz schön gestaunt der Herr L. und ich auch um ehrlich zu sein.

Mind the midlife-gap!

Inzwischen ist das ein Jahr her und wir haben uns zurecht geruckelt. Ist gar nicht so einfach, so eine komplette Lebensumstellung. Aber in der Summe macht es viel mehr Spaß, das zu tun, worauf man wirklich Lust hat. Herr L. mit der Kamera in der Hand und ich mit Laptop und Spaten, wir sind ein tolles Team. Natürlich könnten wir jetzt noch, wie auf der Palettenlounge geplant, zwei Jahre weiter sparen. Bis es reicht für den Bus. Aber zum einen gehört Geduld nicht zu meinen Kernkompetenzen und zum anderen haben uns ein paar Dinge gestreift, die uns unserer Endlichkeit sehr bewusst werden ließen. Warum also warten? Worauf? Uns ist darauf keine gute Antwort eingefallen. Deshalb steht jetzt Berthold der Benz vor unserer Tür. Ein alter Mercedes Kombi, mit zwei Dachkoffern und einer Matratze im Kofferraum.

Probeliegen Berthold der Benz W123T
Probeliegen Berthold der Benz W123T

Ready to take of.

Die Koffer sind gepackt. Fast jedenfalls. Wir versinken bei bester Laune im gleich-gehts-los-Chaos. Ich schreibe noch schnell diesen Text fertig und dann geht es los. Wir starten in unseren ersten sechswöchigen Trip.

A wie Albanien

Unser Reisealphabet beginnt mit einem A. Das steckt kein System dahinter. Das ist einfach so gekommen. Auf der Suche nach einem Ziel für unsere erste Reise sind wir mit dem Finger auf der Landkarte in Albanien gelandet. Nicht zu weit weg für eine sechs Wochen lange Reise. Angenehme Temperaturen und ausreichend Sonne im Oktober und hoffentlich auch noch im November. Noch nahezu unentdeckt von den Massen. Herr L. freut sich besonders darauf skurrile Bunker und sozialistische Architektur zu fotografieren. Ich freue mich auf die Landschaft, die Natur und lange Wanderungen. Beide sind wir sehr gespannt ob sich unser Kombi zum Übernachten eignet. In ein paar Stunden sind wir schlauer. Ich kann es noch gar nicht so richtig glauben.

Berthold der Benz W123T
Herr L. unterwegs in Odeceixe

Herr L. unterwegs in Odeceixe

by Frau K. Herr L. unterwegs Portugal

Herr L. war mal wieder unterwegs. Während ich am sehr idyllischen Strand von Odeceixe in Portugal aufs blaue Meer starrte, hat er sich auf die Suche nach abseitigen Fotomotiven gemacht und sie natürlich auch gefunden. Es sind diesmal auffällig viele Treppen dabei. Ist mir vor Ort gar nicht so aufgefallen. Aber ich lag ja auch meistens am Strand …

Mein klarer Bild-Favorit: die gebundenen Hände als Türgriff. Sehr seltsam.
Wobei, die Schweinchen aus leeren Plastikflaschen finde ich auch super. Tolle Upcycling-Idee und ein perfektes Motiv für die nächste Neujahrskarte.

odeceixe Portugal
odeceixe Portugal
odeceixe Portugal
odeceixe Portugal
odeceixe Portugal
odeceixe Portugal
odeceixe Portugal
odeceixe Portugal
odeceixe Portugal
odeceixe Portugal
odeceixe Portugal
odeceixe Portugal
odeceixe Portugal
odeceixe Portugal
odeceixe Portugal
odeceixe Portugal
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odeceixe Portugal
Herr L. unterwegs in Schorndorf

Herr L. unterwegs in Schorndorf

by Frau K. Herr L. unterwegs

Was macht Herr L. in Schorndorf mögen sich einige jetzt vielleicht fragen.
Was macht man überhaupt in Schorndorf?

Alte Freunde besuchen. Was sonst?

Und während Frau K. mit ebendiesen alten Freunden quatscht und quatscht (es sind nämlich Frau K.s Freunde) verschwindet Herr L. klammheimlich auf einen ausgedehnten Stadtspaziergang. Ich muss zugeben, ich selbst kenne in Schorndorf nur die Wohnung meiner Freunde und den Metzgerladen in dem es die besten Maultaschen ever gibt. So wirklich besser kenne ich die Stadt auch nicht, nachdem ich mir angesehen habe, was Herr L. so alles geknipst hat. Aber gefallen tut es mir trotzdem.

schorndorf wandbild 2
schorndorf wandbild 1
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Herr L. unterwegs in Gallipoli

Herr L. unterwegs in Gallipoli

by Frau K. Herr L. unterwegs Italien Salento

Sabine von ferngeweht.de hat zur Blogparade aufgerufen. Mit einer wirklich netten Idee.

Wer kennt es nicht, das alte Spiel „Stadt, Land, Fluss“?

In leichter Abwandlung zum Original durfte sich jeder einen Buchstaben aussuchen und dann über eine Stadt, ein Land oder einen Fluss zu schreiben. Wir haben das „G“ ergattert und widmen daher unseren Beitrag über das wunderschöne Gallipoli, im südlichsten Zipfel von Italien, Sabines Blogparade.

Gallipoli – ein Paradies für Fans von Heiligenabbildungen, Steinengeln und Marienstaturen. Ganz im Süden Italiens gelegen. Direkt am tiefblauen Meer. Aber für das Meer hatte Herr L. bei seinem Spaziergang keinen Blick übrig…

Herr L. unterwegs in München

Herr L. unterwegs in München

by Frau K. Deutschland Herr L. unterwegs In der Stadt München

Vor ein paar Monaten waren Frau K. und Herr L. in München. Eigentlich zum Arbeiten. Aber weil der Weg dahin von Köln aus doch recht weit ist, haben sie noch ein Freizeitwochenende dran gehängt. Der Plan war, die Stadt mit dem Leih-Fahrrad zu erkunden. Das machen sie gerne so in fremden Städten. Am liebsten mit den Bahnrädern. Die sind, wenn man erstmal die Anmeldung hinter sich hat, recht unkompliziert in der Nutzung. In München hat das leider nicht geklappt. In der ganzen Stadt gab es nur zwei verfügbare Bahnräder. Das hätte ja sogar gereicht, wenn sie nicht 40 Minuten voneinander entfernt gestanden hätten…

Frau K. hat sich nur ein kleines wenig gewundert. Sie hat vor vielen Jahren ein paar Jahre in der bayrischen Hauptstadt gearbeitet und wusste daher – München ist ein Dorf – eines, dem sie im Übrigen sehr gerne den Rücken zugewandt hat.

Statt mit Fahrrädern waren wir dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln und zu Fuß unterwegs. Ging auch. Und Herr L. hat wie immer sehr schöne Bilder von unserem Spaziergang gemacht.

Auf ein Bier nach Trier

Auf ein Bier nach Trier

by Frau K. Eifel

Das Wochenende naht und das Einfach-mal-weg-Gefühl springt mich völlig unerwartet, aber dafür sehr heftig an. Im Garten gibt es gerade nichts zu tun. Die Bienen kommen auch alleine klar. Der Mann hat nichts gegen einen Kurzurlaub. Bleibt nur die Frage wohin?

Das Wetter ist bombig, schon seit Tagen, die nahen Strände in Zeeland sind entsprechend überfüllt. Schade, Meer wäre schön gewesen. Ich habe einen neuen Badeanzug, der unbedingt getragen werden will. Die Alternatividee – eine mehrtägige Kanu-Tour auf der Lahn – wird auch schnell aussortiert. Wir sind nicht die Einzigen, dafür aber die Letzten die darauf gekommen sind. Draußen im Hof steht mein niegelnagelneues Fahrrad (ich habe zwei Jahre gebraucht um mich für ein Modell zu entscheiden, bei der Gelegenheit ein herzliches Dankeschön an Eduard von der Veloküche für seine Geduld ;-)). Eine Radtour. Warum nicht? Nur wohin?

Ausgangs- und Endpunkt müssen einfach mit der Bahn erreichbar sein. Nach kurzer Recherche landen wir beim Kylltal-Radweg. Rund hundert Kilometer entlang dem längsten Fluss der Eifel. Einmal übernachten. Am Ende ein kühles Bier bei Freunden in Trier. Das hört sich gut an. Und eine Gelegenheit für den Badeanzug einzuweihen sollte sich bei soviel Wasser doch auch ergeben…

Mit dem Fahrrad mitten durch die Eifel

Der Regionalexpress bringt uns von Köln in knapp anderthalb Stunden nach Dahlem. Anfangs ist das Radabteil noch voller Fahrräder, aber kurz vor Dahlem sind wir fast alleine. Nur zwei, drei Radfahrer steigen mit uns aus. Schon auf dem Bahnsteig finden wir die ersten Radwegschilder. Wir steigen auf und radeln los. Mein neues Rad rollt super auf seinen dicken Reifen. Die ersten Steigungen nehme ich mit einem Lächeln (und meiner Alfine 11-Gang). Nach dem Berg ist vor der Abfahrt. Und die ist auf dem Kylltal-Radweg immer länger als der Aufstieg. Der Fahrtwind im Haar fühlt sich herrlich an. Allerdings kratzt die Sonne mit ihren 31°C heißen Strahlen schon bald an unserer Kondition. Und das obwohl viele Streckenabschnitte bewaldet sind. Andere Radfahrer begegnen uns recht selten. Wir fahren an Feldern vorbei, durch luftige Mischwälder, durch Eisenbahntunnel und queren immer mal wieder die Kyll. Die Landschaft ist nicht spektakulär und Anfangs bin ich deswegen ein wenig enttäuscht. Aber ziemlich bald schon dringt das viele Grün um mich herum in mein Hirn ein. Ich schalte in den Chil-Modus.

Räder in der Bahn auf dem Weg zum Kylltalradweg
Kylltalradweg Tunnel
Gerolsteiner trinken
Kylltalradweg Laubwaldtunnel
Landschaft Kylltalradweg
Kylltalradweg durch lichte Wälder

Zumindest so lange, bis ich bei der nächsten Ministeigung wieder heftig schnaufen muss. Die Pause in Gerolstein kommt mir daher sehr gelegen. Energiespeicher auffüllen und auch die Wasserflasche. Im Bistro auf dem Marktplatz sind wir bald nicht mehr die einzigen Radfahrer. Allerdings haben sich die anderen alle dem Rennradfahrer-Dresscode unterworfen. Bunte Leibchen, knallenge Radlerhosen und ein schnittiger Helm. Ich fühle mich „under dressed“. Während sich die Nachwuchs Armstrongs und Ullrichs das dritte Bitburger hinter den Helm kippen, lasse ich mir meine anderthalb Liter Flasche Gerolsteiner mit Leitungswasser nachfüllen und kaufe bei der Gelegenheit gleich zwei Flaschen Aperetif-Essig. Den gibt es im Bistro in unzähligen Varianten. Ich entscheide mich für einen milden Passionsfruchtessig und einen wirklich umwerfenden Aprikosenessig.

Essig im Bistro in Gerolstein
Schaufenster Gerolstein
Schaufenster Gerolstein
Schaufenster Gerolstein

Der Mann will keinen Essig trinken, er geht lieber knipsen. Eines seiner Lieblingsmotive – zugeklebte Schaufenster – ist in der Einkaufsstrasse stark vertreten. Tatsächlich steht gefühlt jedes dritte Geschäft in Gerolstein leer. Bald hat er alle geknipst. Einigermaßen erholt schwingen wir uns danach wieder auf den Sattel. Strecke machen. Bis zu unserem Tagesziel Kylburg liegen noch ein paar Kilometer vor uns. Letztlich aber auch viel schneller hinter uns als wir dachten. Der Ort ist ganz nett. Er hat nur einen Makel: wir finden kein Eiscafé.

Unsere Energie ist noch nicht verbraucht und die Hoffnung auf ein Eis im nächsten Ort ist groß. Ein Fehler, wie wir sehr schnell merken. Direkt nach Kyllburg kommt die einzig nennenswerte Steigung der gesamten Strecke. Es gilt über einhundert Höhenmeter mit 13 Prozent Steigung zu überwinden. Eigentlich wollten wir schummeln und diesen Streckenabschnitt im Regionalexpress zurücklegen. Leider haben unsere Handys schon lange keinen Empfang mehr und deshalb haben wir die richtige Stelle zum Einsteigen einfach verpeilt. Pech für uns. Unten im Tal höre ich den Regionalexpress leise vorbeizischen. Ich selbst schnaufe inzwischen lauter als die erste Dampfmaschine. Dem Mann geht es nicht anders, wir schnaufen im Takt. Irgendwann haben wir es dann doch geschafft. Schade, dass mein Geld nicht für eine Rohloff-Schaltung gereicht hat, obwohl ich mir nicht ganz sicher bin, dass eine 1A-Schaltung mangelnde Kondition ausgleicht …

13 Prozent Steigung Kylltalradweg
Pause auf dem Kylltalradweg
Kylltal-Radweg 13 Prozent Steigung geschafft
Kyltalradweg Burgen und Schlösser

Eifel-Überlebens-Tipp 1: Informiere dich vorher über Übernachtungsmöglichkeiten

Der Blick von hier oben ist schön, die Fahrt nach unten noch viel schöner. Nur das nächste Dorf hält leider nicht was wir uns erhofft haben. Kein Eiscafé, kein Biergarten, keine Pension. Bis Bitburg sind es nur fünf Kilometer. Fünf Kilometer und 10 Prozent Steigung. Das schaffen wir nicht noch einmal heute. Kurz vorm Ortsausgang finden wir dann zumindest eine Pension. Und essen könnten wir am Bahnhof gegenüber sagt der Besitzer. Wenn auch kein Eis. Und schon gar nicht den Schoko-Erdbeerbecher, den ich beim letzten Aufstieg vor meinem inneren Auge gesehen habe. Im nächsten Ort gibt es zwar ein Hotel mit Gastronomie, aber das ist ausgebucht. Eine Hochzeit. Wir haben eh keine Lust mehr zum Weiterfahren. Also laden wir ab, lassen uns das Zimmer zeigen, duschen und schleppen uns zum Bahnhof. Inzwischen ist es 20 Uhr und wir haben richtig Hunger. Was wir nicht mehr haben ist Geld. Was die Bahnhofsgastronomie nicht nimmt sind EC-Karten. Und was es im ganzen Ort nicht gibt ist ein Geldautomat. Den gibt es nur in Bitburg oder in Badem. Um hinzukommen sind jeweils 10 Prozent Steigung zu überwinden. Das alles erfahren wir von Uschi, der Kneipenwirtin. Der größte Teil der Kommunikation verläuft dabei nonverbal. Auf Rechnung essen ist nicht – auch das teilt sie uns ausschließlich mit einer dezenten horizontalen Kopfbewegung mit.

Eifel-Überlebens-Tipp 2: Reise nie ohne „Cash in de Täsch“

Was nun? Wir studieren die überschaubare Speisekarte und zählen unsere letzten Kröten zusammen. Wir kommen auf 21 Euro. Das reicht für zweimal Currywurst mit Pommes und Salat (!) und vier Getränke. Die kosten alle das gleiche: freundliche zwei Euro für 0,3 Liter. Ich nehme einen Viezschorle (der leider genauso schmeckt wie ich ihn in Erinnerung habe) und überlasse dem Mann großzügig drei Bier. Dafür kriegt er nicht wie sonst was von meiner Wurst ab! Beim letzten Bier muss er kurz überlegen. In der Kneipe gibt es einen Flipper. Fünf Spiele kosten ebenfalls zwei Euro. Aber der Durst ist größer. Uschi ist inzwischen deutlich kommunikativer. Die Teller räumt sie mit einem herzlich „na, war doch gar nicht so schlimm“ ab. Ich muss lachen. Die Frau hat einen sehr feinen Humor. Zwischendurch erfreut uns Pitter, der nur mit einer Short bekleidet, seinen beachtlichen Bierbauch in die Kneipe schiebt. Im Mundwinkel eine 20 Zentimeter lange Zigarre. Rauchverbot – jibbet hier nicht. Nach ein paar Bier schlappt er wieder zu seinem Jeep. Ich habe nicht gesehen ob der die Zigarre beim Trinken rausgenommen hat. Wir sitzen draußen, der guten Eifelluft wegen…

ein Bier in Bitburg-Erdorf
Bitburg-Erdorf Kylltalradweg chillen
ein Viez in Bitburg-Erdorf

Hinter uns hält immer mal wieder ein Zug. Man merkt lange vorher wenn es wieder soweit ist. Dann fährt meist ein, manchmal auch mehrere Autos vor. Ohne persönlichen Abholservice geht hier nicht viel. Es ist friedlich. Wir sind satt. Und irgendwann soweit, dass uns auch unser Zimmer nicht mehr schreckt. Der Mann geht bezahlen. Ich bleibe sitzen. Bis er mich ruft. In der Hand eine Zwei-Euro-Münze. Im Gesicht ein fettes Grinsen. Uschi gibt uns eine Runde Flipper aus. Die Frau hat nicht nur Humor, sie hat auch Herz. Wir holen zwei Freispiele raus und verabschieden uns bestens gelaunt.

Am nächsten Morgen frühstücken wir erstmal ausgiebig. Mit vollem Magen fällt es uns leichter, unseren Zimmerwirt darüber zu informieren, dass wir kein Bargeld haben. Ich hoffe auf die Nummer mit der Rechnung. Aber die läuft nicht. Damit hat er schlechte Erfahrungen gemacht. Sehr schlechte sogar. Das macht er nicht mehr. Die Geschichte dazu erzählt er mir während wir zusammen in seinem Auto zum nächsten Bankautomaten fahren. Und dazu noch ein paar andere Geschichten über die Gegend. Der Bahnhof in Erdorf ist zum Beispiel gerade für zweieinhalb Millionen renoviert worden. Bald wird er eingeweiht. Für einen Bankautomaten oder eine Toilette hat das Geld dann leider nicht mehr gereicht. Wir unterhalten uns noch lange bevor wir uns endgültig wieder in den Sattel schwingen. Auf zum nächsten Tagesziel. Dem titelgebenden Bier in Trier.

Kylltalradweg Tunnel
Wasserfall in Hüttingen Kylltalradweg
Hüttingen kleine Abkühlung

Eifel-Überlebens-Tipp 3: Reise nie ohne eine Reserve-Stulle

Vor uns liegen ein paar kleine, aber fiese Steigungen (der beste Moment des Tages: der Radweg biegt kurz vor einer weiteren Steigung rechts ab). Dafür wird die Landschaft jetzt spannender. Wir fahren vorbei an vielen Streuobstwiesen, auch neu angelegte mit großartigen alten Obstsorten. Mich begeistern besonders die vielen üppigen Gemüsegärten in den Dörfern. In Hüttingen gibt es einen kleinen pittoresken Wasserfall und das kalte Wasser aus dem Brunnenbecken bietet eine willkommene Abkühlung. Wir treten in die Pedale und würden nach ein paar Stunden ganz gerne etwas essen. Am liebsten in einem schnuckeligen Biergarten. Ein paar mal kommen wir an einem Schild vorbei, aber immer wenn wir dann vor der Wirtschaft stehen hat diese schon seit ein paar Jahren geschlossen. Ein nettes kleines Fischerhäuschen ist leider nur das Vereinsheim des dortigen Angelvereins. Die Angler haben eine Fähre aus Wassertonnen über die Kyll gebaut. Damit ziehen sie sich bis in die Mitte und gehen dann baden. Baden will ich auch und sie verraten mir ein paar Stellen flussabwärts wo das ganz gut geht. An einer machen wir dann schließlich Rast und packen die Restbrötchen vom Vortag aus. Unglaublich wie lecker so ein altes leicht angetrocknetes Brötchen schmecken kann.

selbstgebaute Fähre Angerverein Kylltalradweg
Anglervereinsheim Kylltal-Radweg
Anglerverein Kylltalradweg
Eisenbahnbrücke über die Kyll
ein Bad in der Kyll
Pause in Holzhütte Kylltalradweg

Ich bekomme jetzt endlich die Gelegenheit meinen Badeanzug einzuweihen. Der Mann ist wasserscheu und knipst lieber ein bisschen in der Gegend rum. Tief genug zum Schwimmen ist die Kyll an der Stelle leider nicht, aber dafür sehr erfrischend. Meine Haut fühlt sich noch eine Stunde später angenehm kühl an. Während der ganzen Zeit kommt niemand an dieser idyllischen Stelle vorbei. Überlaufen ist der Kylltal-Radweg wirklich nicht. Als wir wenige Kilometer später im nächsten Ort dann doch noch an einem traumhaften Biergarten vorbeifahren sind wir nur ein ganz, ganz kleines bisschen frustriert. Trier kommt schneller näher als wir am Morgen dachten. Es geht jetzt fast nur noch bergab. Das einzige was steigt ist meine Lust auf einen Schoko-Erdbeerbecher. Vor meinem inneren Auge nimmt er riesige Ausmaße an und ich freue mich wie ein Kind, als wir in Kordel auf ein sehr reales Eiscafé stoßen.

Nach dem Eisbecher zieht sich das letzte Stück bis nach Trier überraschend lange hin und nachdem wir uns über 100 Kilometer nicht verfahren haben schaffen wir das auf den letzten Metern. Statt gemütlich auf dem Moselradweg landen wir auf der viel befahrenen Biewerer Straße. Macht nichts. Moni und Udo haben Bier und Wein kalt gestellt. Der Grill ist schon an. Aaron, Ronja und Evi kommen auch noch. Ein perfekter Ausklang für eine gelungene Radtour. Das machen wir jetzt ganz bestimmt öfter. Viele Wege führen durch die Eifel und mit unseren hart erarbeiteten Eifel-Überlebens-Tipps kann uns jetzt nichts mehr schrecken.

Eis essen in Kordel
midlifereisen selfi
Eis essen in Kordel
Burg vor Trier Kylltal-Radweg
Mit dem Rad von Nippes nach Griechenland

Mit dem Rad von Nippes nach Griechenland

by Frau K. Wochenendtipp

Ja, Ihr habt richtig gelesen. Dieses Wochenende geht es nach Griechenland. Mit dem Fahrrad. Von Nippes aus seid Ihr in knapp 20 Minuten da.

Also natürlich nicht in dem Griechenland an das Ihr jetzt denkt. Schon klar. Aber zumindest im griechischen Biergarten von Poppy Mavroidakos, der Inhaberin eines ansonsten zumindest optisch durch und durch kölschen Brauhauses. Die Temperaturen stimmen jedenfalls , heißer ist es auch im echten Griechenland nicht 🙂

Der Biergarten wurde kürzlich mit Unterstützung der Initiative 1000 gute Gründe komplett neu gestaltet. Er ist winzig, aber sehr gemütlich und bestens für einen klitzekleinen Kurzurlaub geeignet. Weiß gekalkte Wände, viele Blumen und Kräuter und leckeres griechisches Essen. Wir waren zur Eröffnung eingeladen und haben uns (auch dank der vielen Tsipouros) ziemlich griechisch gefühlt und der Rhein glitzerte auf dem Heimweg fast so schön wie das Mittelmeer.

griechischer Biergarten in NIel
griechische Vorspeisen
Tsipouro
sirtaki tanzen
sirtaki tanzen

Griechische Vorspeisen und ein Gläschen Tsipouro. Und später am Abend tanzt das Gastgeberpaar noch ganz stilecht einen kleinen Sirtaki. Wir kommen bestimmt wieder mal vorbei.

Übers Wochenende nach Zeeland

Übers Wochenende nach Zeeland

by Frau K. Am Meer Holland Zeeland

Vor ein paar Wochen  war Frau K. alleine unterwegs. Naja, nicht ganz alleine – zusammen mit vier anderen Journalistinnen hat sie sich auf eine Gruppenreise ins nahe Holland begeben. Genauer gesagt nach Domburg und Cadzand. Eigentlich steht sie überhaupt nicht auf Gruppenreisen, überhaupt gar nicht sogar, aber der Winter war lang, die Seeluft lockte und das Wellnessprogramm klang vielversprechend.

Wellness in Domburg und Cadzand?

Herr L. wollte das nicht glauben. Als er noch im besten Partyalter war, waren das seine beliebtesten Pfingst-Partyziele. Zelt, Schlafsack und zwei Kästen Bier im Kofferraum und ab in den Stau Richtung Holland…
Und jetzt erzählt ihm Frau K. was von Yoga am Strand, Energie tanken in der Nordsee-Erlebnisdusche und Packungen mit Algen und Meerwasser. Er zweifelt, aber das macht nichts, weil er darf eh nicht mit.

Muscheln in Zeeland

Die ersten beiden Kurorte in den Niederlanden!

Was er nicht weiß und Frau K. auch gerade erst erfahren hat – Domburg und Cadzand dürfen sich seit neustem „Seeheilbad“ nennen. Damit das möglichst viele Menschen erfahren, wird Frau K. drei Tage lang von einem Spa ins nächste kutschiert, wobei die „Nur luure, nit anpacke“ Devise gilt. Die Zeit drängt und es gilt ein umfangreiches Tages-Programm abzuarbeiten. Naja, der Badeanzug von Frau K. liegt aufgrund mangelnder Kofferpack-Diziplin zu Hause auf dem Bett und saunen ist nicht so ihr Ding. Macht also nichts. Obwohl, die Nordsee-Erlebnisdusche mit eingebautem Blitz, Donner und Dauerregen im Spa Domburg hätte sie schon gerne mal persönlich ausprobiert. Und auch die Strohbetten im Ruhebereich sahen sehr verlockend aus. Für 30 Euro pro Tag können Besucher den Spa-Bereich des Badhotels nutzen. Man muss also nicht unbedingt in dem Vier-Sterne-Haus übernachten, aber wenn man es tut muss man, nach einem langen Spa-Tag, nicht mal am Abend das Haus verlassen. Im Hotelrestaurant gibt es zwar keine Frikandel, aber dafür gut zubereiteten Fisch und Fleisch aus der Region.

Frau K. ist ja bekanntermaßen am liebsten draußen. Daher interessierte sie der angekündigte Yoga-Campingplatz ganz besonders. Eine Yogastunde sollte es auch geben und weil die Yogahose von Frau K. ihrem Badeanzug auf dem heimatlichen Bett Gesellschaft leistete, hat sie einige Energie in die Suche nach eine Ersatzhose investiert. Verschwendete Energie wie sie dann leider bald bemerken musste. Die Yogalehrerin war unpässlich oder anderweitig beschäftigt, so ganz klar wurde das nicht. Statt dessen stand eine Führung mit hohem imaginären Gehalt auf dem Programm. Der Yoga-Campingplatz bestand zum Zeitpunkt unseres Besuches noch aus einer riesigen alten Scheune und einer großen Streuobstwiese. In der Scheune fünf alte Campingwagen, die gerade entkernt und aufgehübscht wurden. Draußen ein erstes Wohnzelt im Safari-Stil, fast ganz aufgebaut 😉

YogaBee Eingang

Trotzdem ist sich Frau K. sicher, dass der Platz ganz wunderbar wird. Das bereits fertige Yoga-Retreat auf dem Nachbargrundstück ist schon sehr besonders eingerichtet. Mit viel Liebe zum Detail, luxuriösen Zimmern mit freistehender Badewanne und einem wunderschönen Übungsraum. Gekocht wird vegetarisch, gegessen an einem langen Tisch in großer Runde. Einen schönen Garten und ein ziemlich cooles Schwimmbecken gibt es auch. Absolut empfehlenswert für Yogafans mit Stilbewusstsein. Frau K. findet vor allem die Idee unter alten Apfel- und Birnbäumen zu Campen und den Sonnengruß zu machen großartig. Bei der nächstbesten Gelegenheit wird sie sich den fertigen Yoga-Campingplatz ansehen.

Einmal rundum erneuern bitte

Von Domburg geht die Reise nach Cadzand. Das ist eigentlich gar nicht so weit weg – Luft- bzw. Wasserlinie kaum mehr als 25-30 Kilometer – aber mit dem Bus dauert die Fahrt dann doch recht lange. Zeit für ein Nickerchen. Der Tag wird wieder lang und bis zum Abend sind noch einige Programmpunkte zu bewältigen. Kosmetik mit Inhaltsstoffen aus dem Meer wird vorgestellt, auf dem Quad gehts durch den Ort und über die Dünen, am Strand hängt Frau K. dann an einem Drachen und später hängt sie einen Wunsch an den Wunschbaum im Dorfzentrum von Cadzand-Dorp. Cadzand-Bad (das jetzt Bad Cadzand-Bad heißen darf ;-)) ist eine echte 70er Jahre Schönheit. Viel Waschbeton und seltsam verschachtelte Kunststoff-Fassaden. Aber der erste Eindruck täuscht. Hinter den Fassaden tut sich so einiges. Der ganze Ort erfindet sich gerade unter dem Motto „natürlich stylisch“ neu. Geplant ist ein mondäner Jachthafen, ein Boulevard im normannischen Stil, rote, grüne blaue Stadtteile. Frau K. schwirrt der Kopf nach der Präsentation der Pläne. Ein Ferienhauspark mit 450 Häusern und vielen Grachten ist bereits fertig. Die vorhandenen, etwas trostlosen 70er Jahre Hotelbauten sollen bald in neuer Optik glänzen.

Quad fahren in Cadzand
Frau K. als Meernixe
Wunschzettelbaum in Cadzand-Dorp
Drachen steigen lassen in Cadzand
Drachen steigen lassen in Cadzand
Drachen steigen lassen in Cadzand

Ein Garten in den Dünen

Ein hippes Sterne-Restaurant hätte Frau K. in dem Gebäude mit Schulschwimmbad-Charme – dem abendlichen Besuchsziel – dennoch nicht erwartet. Entsprechend beeindruckt war sie beim Anblick des Pure C.

Super entspannte Atmosphäre. Ein junger sympathischer Küchenchef. Einzigartig leckeres Essen und ein spannendes Konzept. Vom versprochenen Strandgarten mit Salzpflanzen und speziellen Kräutern war zwar noch nicht viel zu sehen, aber zumindest die Essenz der Pflanzen, die da mal wachsen sollen, gab es in flüssiger Form als Aperitif. Mit rund 80 Euro für sechs Gänge (ohne Getränke) sind die Preise noch sehr moderat. Dafür ist das Pure C auch über Wochen ausgebucht. Spontan vorbeischauen klappt eher nicht, aber es lohnt sich das Essen dort bei einem Zeelandbesuch langfristig einzuplanen.

Kräuter aus Seeland in flüssiger Form
Austern schlürfen im Pure C
Salat aus Seetang, Pure C
sechs Gänge Menüs im Pure C in Cadzand
Aromagläser Pure c
Schokomousse mit goldenen Maccarons im Pure C

Yoga am Strand

Kurz vor der Abreise gab es dann doch noch eine Portion selbst erfahrener Wellness. Frau K. absolviert eine Yogastunde am Strand. Barfuß und glücklich. Ganz im Hier und Jetzt. Als Sitzkissen dient Sand und im Hintergrund rauscht das Meer. Herrlich!

Die Hochseeangeln-Schnupperstunde direkt danach ist fast genauso entspannend. Die Fische sind noch gar nicht da. Sie Chillen im Süden, wo das Wasser wärmer ist, lässt der Angelexperte durchblicken. Das Angel auswerfen birgt also nicht die Gefahr, dass gleich ein Fisch dran zupft und erschlagen werden muss und so tritt Frau K. wenige Stunden später die Heimreise tatsächlich bestens entspannt an.

Beim nächsten, selbst organisierten Zeeland-Besuch darf Herr L. dann wieder mit. Damit er mit eigenen Augen sehen kann, dass seine ehemaligen Pfingst-Partyziele mit ihm zusammen stilvoll gealtert sind. Ich freu mich drauf.

Cadzand-Bad Strand Yoga
tiefenentspannt beim Strand Yoga
Yoga am Strand
Frau K. angelt
Angelköder
Einführung ins Hochseeangeln