Silvester in Gent

Silvester in Gent

by Frau K. Belgien Gent In der Stadt Reiseticker

Unser dritter Tag in Gent zog weitgehend ereignislos an uns vorbei. Das Winterwunderschloss (die winterlich dekorierte Burg Gravensteen) war am letzten Tag des Jahres leider geschlossen. Die große Bootstour fiel aus. Punkt 17 Uhr rasselten die Gitter an den letzten Geschäften runter. Dabei wäre Frau K. so gerne noch länger durch die vielen kleinen Läden gebummelt.

Blaue Stunde in Gent
Blaue Stunde in Gent

Gut, dass der unvermeidliche Souvenirkauf bereits erledigt war. Bisschen schade auch, dass wir die Silvester-Party-Frisur-Aktion in dem gemütlichen Bio-Cafe, in das wir auf dem Heimweg einkehren wollten, verpasst haben. Die Frisuren waren wirklich spektakulär, sehr wild, mit Schnee und Böllern im Haar. Es scheint so, als ist eine möglichst auffällige Party-Frisur an Silvester in Gent ein absolutes „must-have“. Alle Friseursalons waren bis zur letzten Minute hoffnungslos überfüllt.

Das gleiche galt für die meisten Restaurants, die am Silvesterabend wahlweise ausgebucht oder gleich geschlossen waren. Die Entscheidung für unser eigenes exklusives Pop-Up-Restaurant fiel uns daher recht leicht. Mit ein wenig Unterstützung von Del Haize konnten wir ein exquisites 4-Gänge-Menü zaubern und uns rechtzeitig vor Mitternacht wieder unters Volk mischen, um das Genter Silvesterfeuerwerk zu bestaunen.

Drei Sorten Entenbrust
Lachs und Jakobsmuscheln
Mini-Nachtisch
Kleiner Käseteller

Und das war wirklich WOW! (Hier wäre durchaus eine ganze Reihe Ausrufungszeichen angebracht, aber dann kriege ich bestimmt Ärger mit #Martenstein). Hier hat ausnahmsweise mal funktioniert, was ich sonst nicht empfehlen würde: der Herdentrieb.

Wir sind kurz vor zwölf den Massen gefolgt und an einem Kanal gelandet. Ganz Gent schien dort versammelt. Besser hätten wir es nicht treffen können. Die nächste halbe Stunde war gefüllt mit lauten Oh’s und Ah’s und sogar Herr L. ist das eine oder andere Begeisterungsgeräusch entschlüpft. Ein rundum gelungener Jahreswechsel also.

Und zum Schluss noch, weil es irgendwie zum Jahreswechsel dazugehört unser Vorsatz für das neue Jahr: „Besser Essen“ 🙂

Vegetarische Fritten

Vegetarische Fritten

by Frau K. Belgien Gent In der Stadt Reiseticker

Gent pflegt seinen Ruf als Veggie-Hauptstadt mit einem wöchentlichen Veggie-Day. Immer Donnerstags steht in den Kantinen und Restaurants der Stadt ein vegetarisches Gericht im Vordergrund. In den meisten Restaurants fehlen bei diesem Essen allerdings die allseits beliebten Fritten. Der Grund: die echten belgischen Fritten werden in Rinderfett frittiert und sind damit für echte Vegetarier tabu. Damit trotz Veggie-Day niemand auf die goldgelben Stäbchen verzichten muss, gibt es ein paar ausgewählte Adressen mit echten vegetarischen Fritten, frittiert in feinstem Pflanzenfett. Eine davon, „De Frietketel“, wollten wir heute Mittag besuchen.

Leider hat sich Frau K. zu lange in den Möbel- und Modeläden herumgetrieben und wir standen vor verschlossener Tür. Beim zweiten Anlauf am Abend hat es ein wenig besser geklappt. Die Menschentraube vor dem Laden hielt Herr L. zunächst für die übliche Draußen-Raucher-Ansammlung. Damit lag er falsch. Es war das Ende der Warteschlange. Nach fünfzehn Minuten waren wir in den Laden vorgerückt und konnten die umfangreiche Speisekarte studieren. Bei achtzehn verschiedenen Veggieburgern fiel die Auswahl nicht ganz leicht. Weitere fünfzehn Minuten später hatten wir uns entschieden. Die beiden „kleinen“ Pommes Portionen fielen wie immer in Belgien ausgesprochen üppig aus. Frau K.’s Falafel-Saté hätte mit Humus oder Erdnusssoße bestimmt besser geschmeckt. Herr L.’s Crispy Cheese Burger war ok, aber leider weder crispy noch cheesy. So ganz konnten wir den Massenansturm auf den Laden nicht verstehen. Pommes-Berge für kleines Geld gibt es auch anderswo. Empfehlen würden wir ihn dennoch. Man sitzt nett zwischen lauter netten Menschen und möglicherweise sind wir, was Veggie-Burger angeht, auch einfach nur verwöhnt. An unsere Eigenkreation und an unsere Lieblingsveggieburgerbraterei in Köln Kalk kommt halt so schnell nichts ran.

vegetarische Fritten in Gent
vegetarische Fritten und Veggie-Burger in Gent
Zwischen den Jahren nach Gent

Zwischen den Jahren nach Gent

by Frau K. Belgien Gent In der Stadt Reiseticker

Der Reiseticker tickert wieder. Frau K. und Herr L. sind unterwegs auf einem Kurztrip nach Gent. Für die Anreise haben wir uns ausgerechnet den Tag, an dem Deutschland im lange ersehnten Schnee versinkt, ausgesucht. Sie dauert entsprechend lange – dafür übernimmt die Bahn einen Teil unserer Reisekosten (das Ausfüllen der Verspätungsformulare meistern wir als regelmäßige Bahnfahrer inzwischen mit links).:-)

Gent empfängt uns mit einem kräftigen, aber kurzen Regenschauer. Bereits eine halbe Stunde später sitzen wir auf unseren Rädern und radeln durch das sogenannte „Manhattan des Mittelalters“. Für uns der optimale Weg eine Stadt zu erkunden und Gent macht es uns leicht. Fahrräder dürfen fast überall gegen die Einbahnstraße fahren und es gibt reichlich gut gekennzeichnete Fahrradwege und wenig Verkehr. Trotz vieler Wolken und immer mal wieder ein paar Regentropfen, gefällt uns das, was wir sehen, ziemlich gut. Süße kleine Backsteinhäuschen, reich verzierte Fassaden, kleine Kanäle und freundliche Menschen.

Zugfahrt im Schnee
Gent bei Nacht

Am Abend, zu Fuß auf dem Weg in ein (eigentlich) nahe gelegenes Restaurant, nehmen wir ein oder zwei falsche Abzweigungen und landen schließlich in einer kleinen spanischen Tapasbar. Die Tapas sind überraschend lecker und gut portioniert. In unserem persönlichen Tapasbar Ranking erreicht das „Hasta Manana“ spontan den zweiten Platz (direkt hinter einer Bar in Killkenny (!) und knapp vor unserem Lieblingsspanier in Köln). Wir essen Albondigas in fruchtiger Tomatensoße, die schmeckt wie frisch gemacht, ein großes Stück Tortilla mit Spinat und Schafskäse, einen Berg frittierter Tintenfischringe und würzige Garnelenbällchen. Danach sind wir satt und glücklich. Auf dem Heimweg entdecken wir jede Menge kleine Mode- und Möbelläden. Die wird sich Frau K. heute näher ansehen, während Herr L. auf einen seiner berühmten Stadtspaziergänge geht.

Tapasbar in Gent
Tapas in Gent