Unser Irisches Bilderbuch

Unser Irisches Bilderbuch

by Frau K. Gärten Irland Radeln

Frau K. wollte schon ganz lange mal nach Irland.
Sie mag Grün!
Und wo gibt es mehr Grün als in Irland?
Nirgends natürlich!
Andererseits, wo gibt es mehr Regen als in Irland?
Leider auch nirgends.
(Mal abgesehen von England und Schottland und so.)

Mit der Kinderschar kamen Reiseziele ohne Sonne und Strand nie in die engere Auswahl. Die lieben Kleinen wollen schließlich adäquat beschäftigt werden. Sonne und Sand übertreffen   erholungsbedürftige Eltern in der Rolle des Alleinunterhalters um Längen. Aber nachdem auch der jüngste Spross einen gemeinsamen Urlaub kategorisch ausschloss (oder zumindest auf maximal eine Woche in einer europäischen Großstadt seiner Wahl beschränkte) eröffneten sich plötzlich ganz neue Möglichkeiten.

Ich brachte Irland ins Spiel und Herr L. hat sich nicht gewehrt. Das lag unter anderem an meiner voraus-schauenden Reiseplanung. Zentraler Bestandteil des Vorschlags war der Besuch eines mehrtägigen Indie Rockfestivals auf einer Burg in Tullamore. Herr L. liebt Musik, solange sie nur laut genug ist. Das Line-up hat ihn sofort überzeugt. Und so stand der Reise nichts mehr im Weg.

Allerdings gab es einige erschwerende Umstände. Allen voran mein Wunsch nach einem Urlaub auf dem Rad. Ausschließlich. Das wollte ich mindestens schon so lange wie nach Irland fahren. Warum also nicht gleich beides verbinden? Auch hier war Herr L. einverstanden. Leider. In der Regel bricht er meine Vorstellungen durch seinen angeborenen Pessimismus recht schnell auf ein letztlich vernünftiges Maß herunter. Hier hat dieser Schutzmechanismus versagt. Wir haben Fahrradtaschen gekauft. Unseren Kram für zwei Wochen Irland darin verpackt und sind bester Laune in den Flieger nach Dublin gestiegen. Dort hat unser Fahrradkonzept auch bestens funktioniert. Mit Stadträdern, die man dort an jeder Ecke ausleihen kann, sind wir zu unserer Unterkunft und in den nächsten Tagen quer durch die Stadt gefahren. Sehr preiswert übrigens, denn die erste halbe Stunde leihen ist umsonst und länger sind wir selten am Stück gefahren.

Schwierig wurde es, als wir für unseren Trip nach Tullamore Räder für mehrere Tage leihen wollten. Wir hatten einen irischen Feiertag übersehen. Alle Läden waren geschlossen und so mussten wir, um rechtzeitig anzukommen, mit den Fahrradtaschen in den Bus einsteigen. Das Festival war super, aber feucht. Ich habe dort zwei, nein drei Dinge gelernt: ausgefallene Gummistiefel sind für den weiblichen Festivalfan unverzichtbar, Frau zeigt Bein (mag das Thermometer anzeigen was es will) und die siebte Dose Bier schmeckt warm genauso gut wie kalt. Nach dem Festival machte uns die Wettervorhersage wenig Hoffnung für die nächsten Tage. Eine Einladung ans andere Ende von Irland (unerreichbar mit dem Fahrrad) tat ein übriges.

Fazit:
Für den Rest des Urlaubs haben wir einen Kleinwagen gemietet. Sind viel herum gekommen. Trocken geblieben. Und hatten viel Spaß.

Schaut es euch an, unser irisches Bilderbuch:

Der Jardin Majorelle in Marrakesch

Der Jardin Majorelle in Marrakesch

by Frau K. Gärten In der Stadt Marokko Marrakesch

In den letzten Jahren hat Frau K. von November bis Februar laut über das fiese Winterwetter gemault. Weder Tageslichtlampe noch Hängematte im Wohnzimmer konnten etwas an ihrer schlechten Winterlaune ändern. Das schaffen nur blauer Himmel, Sonnenschein und Temperaturen ab 20° Celsius.

Ich bin einfach furchtbar ungern drinnen, aber deshalb noch lange nicht gerne bei jedem Wetter draußen. Für meinen Traum – die kalte Jahreshälfte im warmen Süden zu verbringen – fehlt mir noch das passende Einkommen. Aber für einen Kurztrip von Weihnachten bis Silvester hat es in diesem Jahr gereicht.

Und so kommt’s, dass ich am Jahresanfang weder zwischen verschneiten Tannen noch auf matschigen Waldwegen wandern musste. Stattdessen gab es Sonne, Palmen und Kakteen satt. Kommt mit auf einen Spaziergang durch den wunderbaren Jardin Majorelle in Marrakesch.

Der Garten ist seit 1949 der Öffentlichkeit zugänglich. Angelegt wurde er von dem heute in Vergessenheit geratenen französischen Künstler Jaques Majorelle. Eine spezielle Abstufung des Kobaltblaus, die er im Garten sehr oft verwendete, nennt man nach ihm Majorelle-Blau. Ein größerer Farbkontrast zu den vielen Grüntönen ist kaum denkbar.

In dem kunstvoll angelegten Garten sind über 300 verschiedene Pflanzen vertreten. Zwanzig Gärtner und Angestellte kümmern sich täglich um den Garten und die Bassins. Nach dem Tod von Jaques Majorelle verwilderte der Garten zusehends, bis er 1980 von Yves Saint Laurent und seinem Lebenspartner Pierre Bergé aufgekauft und wiederhergestellt wurde. 

Im Jahr 2000 erhielt der Garten eine automatische Bewässerungsanlage, die seitdem für noch üppigeres Grün sorgt. Mir haben es vor allen Dingen die zahlreichen Kakteenarten angetan. Dabei stehe ich sonst gar nicht so auf die stacheligen Gesellen. Aber so im milden Sonnenlicht sind sie ganz einfach bezaubernd. Fast schon kuschelig. Anfassen sollte man sie dennoch lieber nicht.

Und noch ein Tipp: wer den Garten in Ruhe genießen will sollte möglichst früh am Morgen kommen. Je später es wird, desto mehr Menschenmassen drängeln sich auf den schmalen Wegen.

Öffnungszeiten und Preise

Jardin Majorelle
Rue Yves Saint Laurent, Marrakesh

1. Oktober bis 30. April 8 Uhr bis 17:30 Uhr
1. Mai bis 30. September 8 Uhr bis 18 Uhr
Ramadan 9 Uhr bis 17 Uhr

Garten 50 dhs, Museum 25 dhs

Anfahrt

Wir sind mit dem Taxi zum Jardin Majorelle gefahren. Einfach an die Straße stellen und winken. Der Fahrtpreis wird vor der Fahrt verhandelt (nicht vergessen sonst wird es am Fahrziel angekommen teuer). In der Regel kann der vom Fahrer genannte Preis, je nach Verhandlungslust und -geschick, um 30-50 Prozent herunter gehandelt werden.

London für Garten- (und Rad-)fans

London für Garten- (und Rad-)fans

by Frau K. England Gärten In der Stadt London Radeln

Frau K. ist leidenschaftliche Gärtnerin. Eigentlich unvorstellbar, dass sie ihren Garten ausgerechnet im Wonnemonat Mai für eine ganze Woche alleine lässt.

Eigentlich. Wenn allerdings der Mai so wenig Wonne bereithält wie heuer, sieht die Sache ein klein wenig anders aus. Mit Blick auf nur knapp zweistellige Tagestemperaturen ist mir die Abreise ehrlich gesagt überhaupt nicht schwer gefallen.

Und zugegeben, das Ziel war recht verlockend:
Eine Woche London inklusive einem mehrtägigen Besuch der Mutter aller Gartenschauen, der Chelsea Flower Show!

Also schnell den Tomatenpflänzchen ein wärmendes Mützchen übergestülpt, Koffer gepackt und nix wie weg. Bus – Flugzeug – Bus – Wohnung und dann die nächsten sechs Tage mit dem Rad quer durch die Stadt. Großartig! Mitgebracht haben Frau K. und Herr L. ein maßgeschneidertes Sightseeing Programm für Gärtner in Swinging London.

Erster Tag

Unsere Wohnung lag nur wenige Minuten vom Gelände der Chelsea Flower Show entfernt, am anderen Themseufer. Von hier aus sind wir mit den Rädern gestartet. Es braucht ein wenig innere Überzeugung um sich mit dem Rad in den lebhaften Londoner Verkehr zu werfen. Sich breit machen und nicht zu weit am Straßenrand fahren hilft und verschafft im Zweifel den Spielraum, den man braucht, um allzu rabiaten Autofahrern auszuweichen. Außerdem gibt es erstaunlich viele und erstaunlich breite Fahrradwege. Trotzdem waren wir ganz froh, dass große Teile der Strecke fern vom Verkehr verliefen.

Battersea Park, Hyde Park, Regent’s Park und dann am Regent’s Canal entlang bis zur Themse, auf dem Themsepfad zurück zum Battersea Park. Einmal rund um die Londoner Innenstadt, fast komplett durchs Grüne. Unglaublich entspannend und absolut empfehlenswert! Völlig begeistert war ich von den kleinen Gärten auf den vielen Hausbooten entlang von Regent’s Canal. Und von der Ruhe mitten in der Stadt. Die Themse liegt ein paar Meter tiefer als die Straßen. Der Verkehrslärm dringt nicht bis hierher. Die Stimmung ist irgendwie verwunschen.

Zweiter Tag

Die Royal Botanic Gardens in Kew – ein Muss für jeden Gärtner! Für die Hinfahrt haben wir uns in diesem Fall für den Zug entschieden, allerdings mit den Rädern im Gepäck. Wir wollten frisch genug sein, um das weitläufige Gelände bis zum letzten Winkel zu erlaufen. Denn dort, ganz am Ende des Parks, erstrecken sich im Mai unter lichtem Baumschatten riesige Felder voller Blue Bells. Ein zauberhafter Anblick!

Wer die größten erhaltenen Victorianischen Gewächshäuser der Welt besichtigen will muss übrigens schnell sein: sie werden renoviert und bleiben, vom Ende dieser Saison an, für die nächsten fünf Jahre geschlossen.

Absolut sehenswert im Mai: das Rhododendrontal. Die riesigen Jahrzehnte alten Büsche haben mit den kümmerlichen Gewächsen in deutschen Gärten nichts gemein.

Für den Rückweg haben wir uns wieder auf die Räder geschwungen. Gut anderthalb Stunden sind wir an der Themse entlang gemütlich nach Hause gefahren. Ein toller Abschluss für einen tollen Tag.

Dritter Tag

Die Chelsea Flower Show – das Mekka für Gärtner aus aller Welt. Der Geist dieser Gartenschau lässt sich nur schwer in Worte fassen. Ich habe noch nie so viele Hüte auf so wenig Raum gesehen. Die Begeisterung der Besucher für jeden einzelnen Grashalm ist ansteckend. Die Stimmung ähnelt der einer riesigen Gartenparty. Überall auf dem Gelände verstreut sitzen elegante Ladys und Lords auf der Wiese bei Gurkensandwichs und Pimm’s zusammen. Und dann natürlich die Gärten! Gartenkunst in Reinform. So beschwingt und leicht. So überraschend anders. So wild und schön. Ich bin immer noch ganz verzaubert und komme zurück mit jeder Menge Ideen für den eigenen Garten im Gepäck. Und der Termin für nächstes Jahr steht schon in meinem Terminkalender.

Anreise

Viele Wege und Transportmittel führen nach London. Wir sind geflogen. Rechtzeitig gebucht ist das die günstigste Anreisemöglichkeit.

Von Köln (und einigen anderen deutschen Städten) aus werden Flüge ab 20 Euro pro Person und Strecke (germanwings) angeboten.

Für einen mehrtägigen Besuch lohnt sich auf jeden Fall der Kauf einer Qyster Card (ca. 31 €).Mit der wiederaufladbare Smartcard im Kreditkartenformat, kann man alle öffentlichen Londoner Verkehrsmittel uneingeschränkt und mit 50% Rabatt nutzen.

Fahrräder mieten

Unsere Räder waren in der Wohnungsmiete einbegriffen. Dafür war die Ausstattung auch sehr basic. So basic, dass wir unsere Tour wegen eines gerissenen Bremszuges, plötzlich und mit dampfenden Schuhsohlen, unterbrechen mussten. Bei der Suche nach einem Fahrradreparaturladen hatten wir allerdings viel Spaß und haben unerwartete Plätze entdeckt.

Verkehrssichere Fahrräder gibt es bei Barcleys Cycle Hire in London an jeder Ecke. Londonblogger hat in einem sehr schönen Beitrag beschrieben wie das funktioniert.

Öffnungszeiten und Preise

Kew Gardens
Richmond, Surrey TW9 3AB

30. März – 25 August 9:30 Uhr bis 18:30 Uhr an Sonn- und Feiertagen bis 19:30 Uhr
26. August bis 25. Oktober 9:30 Uhr bis 18 Uhr
26. Oktober bis 6. Februar 9:30 Uhr bis 16:15 Uhr
7. Februar bis 28. März 9:30 Uhr bis 17:30 Uhr

Erwachsene 15 Pfund, ermäßigt 14 Pfund, Kinder bis 16 Jahre frei

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad:
http://www.kew.org/visit-kew-gardens/plan-your-visit/getting-here

 

Chelsea Flower Show
Royal Hospital, Chelsea

Mitte Mai, Dienstag bis Freitag 8 Uhr bis 20 Uhr, Samstag 8 Uhr bis 17:30 Uhr

Erwachsene 30 bis 58 Pfund
Tickets gibt es ab November des Vorjahres, das Kontingent ist begrenzt, die Tickets sind sehr begehrt und werden kurz vor der Show zu horrenden Preisen gehandelt, also unbedingt rechtzeitig bestellen.