Herr L. unterwegs in München

Herr L. unterwegs in München

by Frau K. Deutschland Herr L. unterwegs In der Stadt München

Vor ein paar Monaten waren Frau K. und Herr L. in München. Eigentlich zum Arbeiten. Aber weil der Weg dahin von Köln aus doch recht weit ist, haben sie noch ein Freizeitwochenende dran gehängt. Der Plan war, die Stadt mit dem Leih-Fahrrad zu erkunden. Das machen sie gerne so in fremden Städten. Am liebsten mit den Bahnrädern. Die sind, wenn man erstmal die Anmeldung hinter sich hat, recht unkompliziert in der Nutzung. In München hat das leider nicht geklappt. In der ganzen Stadt gab es nur zwei verfügbare Bahnräder. Das hätte ja sogar gereicht, wenn sie nicht 40 Minuten voneinander entfernt gestanden hätten…

Frau K. hat sich nur ein kleines wenig gewundert. Sie hat vor vielen Jahren ein paar Jahre in der bayrischen Hauptstadt gearbeitet und wusste daher – München ist ein Dorf – eines, dem sie im Übrigen sehr gerne den Rücken zugewandt hat.

Statt mit Fahrrädern waren wir dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln und zu Fuß unterwegs. Ging auch. Und Herr L. hat wie immer sehr schöne Bilder von unserem Spaziergang gemacht.

Kurztrip nach Nürnberg

Kurztrip nach Nürnberg

by Frau K. Deutschland In der Stadt Nürnberg

Bis zu unserer nächsten großen Reise dauert es noch ein bisschen, aber wir vertreiben uns die Zeit bis dahin ganz gerne mit Kurzreisen in „Good old Germany“. Mitte März waren wir in Nürnberg. Das Romantik-Hotel Rottner hat uns zu einem Wochenende mit 4-Gänge-Menü eingeladen und wir haben die Einladung gerne angenommen.

Angereist sind wir mit der Bahn – wie immer ein Erlebnis (aber dank korrespondierender Verspätungen haben wir letztlich unser Ziel doch erreicht) – und direkt damit begonnen Nürnberg mit dem Fahrrad zu erkunden. Die konnten wir direkt im Hotel ausleihen. Bis in die Stadt waren wir stramme 20 Minuten unterwegs. Da praktisch alle Altstadtstraßen und Gassen mit Kopfsteinpflaster belegt sind, haben wir die Räder am Rand stehen gelassen und zu Fuß auf Entdeckungstour begeben.

Nürnberg fahrradtour Altstadt
Nürnberg Wandmalerei Hirsch
nürnberg Brunnen
Nürnberg Weg zur Burg

Die Brunnen in Nürnberg sind ein wenig schräg. Es war kalt und windig, vor allem auf der Burg, zu der wir pflichtschuldig hinauf gestiegen sind. Dabei ist Frau K. wieder einmal klar geworden, dass sie nicht der klassische Sehenswürdigkeitenangucker ist. Viel lieber sitzt sie in Cafés oder steht stundenlang neben Herr L. wenn der eine Fotobuchhandlung entdeckt und noch lieber erkundet sie fremde Supermärkte (eine Leidenschaft, die Herr L. immer wieder in Erstaunen versetzt). Einen Supermarkt haben wir in Nürnberg nicht betreten. Dafür sind wir sehr zufällig über einen kleinen feinen Wochenmarkt gestolpert. Neben dem üblichen Ost- und Gemüseangebot gab es dort eine sehr bunte Mischung von Spezialitätenständen.

An dreien sind wir länger hängen geblieben. Herr L. kam selbstverständlich nicht am weltbesten Käsekuchen vorbei. Schön verpackt ist einer davon in unserer Tasche gelandet. Frau K. wurde an Mounias Stand mit selbst gebackenem marokkanischem Gebäck schwach. Und zum Abschluss gab es ein Gläschen Bier aus einer regionalen Mini-Brauerei. Mini waren allerdings auch die Probiergläschen. Trotzdem hat Herr L. dem Brauer eine Flasche zum mitnehmen abgeschwatzt. Die wechselte unter der Theke den Besitzer, weil ein wieder entdecktes Gesetz den Verkauf von Bier auf Nürnberger Wochenmärkten verbietet.

Nürnberg markt überblick
Nürnberg markt Käsekuchen
Nürnberg markt bierprobe
Nürnberg markt marokkanischer stand

Hochzufrieden sind wir nach dem Marktbesuch zum Romantik-Hotel Rottner zurück geradelt und haben erst mal die Füße hochgelegt. Kraft sammeln für das 4 Gänge-Menü im dazugehörigen Gasthaus am Abend.

Zwischendrin war noch etwas Zeit für eine Führung über das Hotelgelände, zu dem ein großer Gemüse- und Obstgarten gehört. Leider waren wir recht früh im Jahr zu Besuch. Viel zu sehen gab es noch nicht. Aber Frau K. kann sich gut vorstellen wie die Felder in ein paar Monaten aussehen werden. Den Ansatz soviel Gemüse- und Obst wie möglich selbst zu produzieren, findet sie soundso extrem gut. Gerade läuft sogar die Biozertifizierung für die hoteleigene Gemüseproduktion.

Ebenfalls echt schön: der Biergarten mit den riesigen Walnussbäumen, im Sommer lässt es sich dort bestimmt traumhaft sitzen. Bei knapp 5 Grad hat es uns aber recht schnell in das gemütliche Gasthaus getrieben. Wer mag kann sich die Räume bei einem 3D-Spaziergang ansehen.

Nürnberg gasthaus Rotten abendbeleuchtung

Dort war das zehnköpfige Küchenteam bereits eifrig mit der Zubereitung des Abendessens beschäftigt. An die Außentemperatur konnten wir in der Küche ganz schnell eine Null dranhängen. Trotzdem war es extrem spannend die Abläufe in der Gasthausküche live zu erleben. Ein bisschen wirkte es wie ein modernes Tanztheater. Einer unbekannten Choreografie folgend tänzeln die Köchinnen und Köche durch die enge Küche, um Herd, Töpfe und Pfannen herum, und am Ende steht das perfekt angerichtete fertige Gericht in der Durchreiche zum Gastraum. In den sind wir auch bald verschwunden, ein bisschen erschöpft vom Tag und voller Vorfreude auf das folgende Menü.

gasthaus Rotten küche Pfannen
gasthaus rottner pfanne flammen koch
gasthaus rottner sossenzubereitung
gasthaus rottner speisenzubereitung
gasthaus rottner speisenzubereitung
gasthaus rottner koch mit pfanne
gasthaus rottner küchenteam

Das wie erwartet keine Wünsche offen ließ. Es war echt lecker. Traditionell fränkische Küche neu interpretiert. Regional und saisonal. Mit Liebe zubereitet. Was will man mehr.

Jeder einzelne Gang war überraschend. Wirklich geflasht hat uns allerdings die Käseplatte und die Schnapsauswahl. Für beides hat Frau K. eine echte Schwäche, die Entscheidung fiel entsprechend schwer.

gasthaus rottner käseplatte
gasthaus rottner käseplatte
gasthaus rottner schnapsauswahl
gasthaus rottner lüsterweibchen

Es blieb nicht bei einem Gläschen. Wir waren die letzten Gäste. Stefan und Claudia Rottner, unsere Gastgeber, gesellten sich noch zu uns. Herr L. wechselte zusammen mit dem Chef zu Bier, Frau K. mit der Chefin zum Wein. Wir haben uns sehr nett unterhalten und ganz viel spannendes über das Romantik-Hotel, das Gasthaus Rottner und die Menschen, die darin arbeiten, erfahren. Bevor ich das alles hier im Detail aufschreibe besucht lieber selbst die schön gemachte Homepage des Hotels und schaut euch die Mitarbeiterportraits an. Oder fahrt gleich selbst hin. Am besten im Sommer, wenn alles schön grün ist und das Gemüse auf den Tellern aus dem Hotelgarten kommt. Dann werden in der Scheune Kinofilme gezeigt und dazu passendes Essen serviert. Und in der Kochschule Kochkurse veranstaltet, an deren Ende ein selbst gekochtes 4-Gänge-Menü steht.

Wir sind zu sehr später Stunde langsam in das Hotelgebäude gewankt. Stefan und Claudia Rottner mussten nur die Treppe rauf gehen. Die Familie wohnt immer noch in dem schönen alten Fachwerkgebäude, in dem auch das Gasthaus untergebracht ist. Das Lüsterweibchen links im Bild hat bei unserem Abschied (wie schon den ganzen Abend über) freundlich gelächelt. Und vielleicht sogar gewinkt. Ganz genau habe ich es nicht gesehen.

Unsere Reise wurde organisiert von Reisehummel.de. DiePhaben wirklich nette Städtereisen im Programm. Schaut mal rein.

Silvester in Gent

Silvester in Gent

by Frau K. Belgien Gent In der Stadt Reiseticker

Unser dritter Tag in Gent zog weitgehend ereignislos an uns vorbei. Das Winterwunderschloss (die winterlich dekorierte Burg Gravensteen) war am letzten Tag des Jahres leider geschlossen. Die große Bootstour fiel aus. Punkt 17 Uhr rasselten die Gitter an den letzten Geschäften runter. Dabei wäre Frau K. so gerne noch länger durch die vielen kleinen Läden gebummelt.

Blaue Stunde in Gent
Blaue Stunde in Gent

Gut, dass der unvermeidliche Souvenirkauf bereits erledigt war. Bisschen schade auch, dass wir die Silvester-Party-Frisur-Aktion in dem gemütlichen Bio-Cafe, in das wir auf dem Heimweg einkehren wollten, verpasst haben. Die Frisuren waren wirklich spektakulär, sehr wild, mit Schnee und Böllern im Haar. Es scheint so, als ist eine möglichst auffällige Party-Frisur an Silvester in Gent ein absolutes „must-have“. Alle Friseursalons waren bis zur letzten Minute hoffnungslos überfüllt.

Das gleiche galt für die meisten Restaurants, die am Silvesterabend wahlweise ausgebucht oder gleich geschlossen waren. Die Entscheidung für unser eigenes exklusives Pop-Up-Restaurant fiel uns daher recht leicht. Mit ein wenig Unterstützung von Del Haize konnten wir ein exquisites 4-Gänge-Menü zaubern und uns rechtzeitig vor Mitternacht wieder unters Volk mischen, um das Genter Silvesterfeuerwerk zu bestaunen.

Drei Sorten Entenbrust
Lachs und Jakobsmuscheln
Mini-Nachtisch
Kleiner Käseteller

Und das war wirklich WOW! (Hier wäre durchaus eine ganze Reihe Ausrufungszeichen angebracht, aber dann kriege ich bestimmt Ärger mit #Martenstein). Hier hat ausnahmsweise mal funktioniert, was ich sonst nicht empfehlen würde: der Herdentrieb.

Wir sind kurz vor zwölf den Massen gefolgt und an einem Kanal gelandet. Ganz Gent schien dort versammelt. Besser hätten wir es nicht treffen können. Die nächste halbe Stunde war gefüllt mit lauten Oh’s und Ah’s und sogar Herr L. ist das eine oder andere Begeisterungsgeräusch entschlüpft. Ein rundum gelungener Jahreswechsel also.

Und zum Schluss noch, weil es irgendwie zum Jahreswechsel dazugehört unser Vorsatz für das neue Jahr: „Besser Essen“ 🙂

Vegetarische Fritten

Vegetarische Fritten

by Frau K. Belgien Gent In der Stadt Reiseticker

Gent pflegt seinen Ruf als Veggie-Hauptstadt mit einem wöchentlichen Veggie-Day. Immer Donnerstags steht in den Kantinen und Restaurants der Stadt ein vegetarisches Gericht im Vordergrund. In den meisten Restaurants fehlen bei diesem Essen allerdings die allseits beliebten Fritten. Der Grund: die echten belgischen Fritten werden in Rinderfett frittiert und sind damit für echte Vegetarier tabu. Damit trotz Veggie-Day niemand auf die goldgelben Stäbchen verzichten muss, gibt es ein paar ausgewählte Adressen mit echten vegetarischen Fritten, frittiert in feinstem Pflanzenfett. Eine davon, „De Frietketel“, wollten wir heute Mittag besuchen.

Leider hat sich Frau K. zu lange in den Möbel- und Modeläden herumgetrieben und wir standen vor verschlossener Tür. Beim zweiten Anlauf am Abend hat es ein wenig besser geklappt. Die Menschentraube vor dem Laden hielt Herr L. zunächst für die übliche Draußen-Raucher-Ansammlung. Damit lag er falsch. Es war das Ende der Warteschlange. Nach fünfzehn Minuten waren wir in den Laden vorgerückt und konnten die umfangreiche Speisekarte studieren. Bei achtzehn verschiedenen Veggieburgern fiel die Auswahl nicht ganz leicht. Weitere fünfzehn Minuten später hatten wir uns entschieden. Die beiden „kleinen“ Pommes Portionen fielen wie immer in Belgien ausgesprochen üppig aus. Frau K.’s Falafel-Saté hätte mit Humus oder Erdnusssoße bestimmt besser geschmeckt. Herr L.’s Crispy Cheese Burger war ok, aber leider weder crispy noch cheesy. So ganz konnten wir den Massenansturm auf den Laden nicht verstehen. Pommes-Berge für kleines Geld gibt es auch anderswo. Empfehlen würden wir ihn dennoch. Man sitzt nett zwischen lauter netten Menschen und möglicherweise sind wir, was Veggie-Burger angeht, auch einfach nur verwöhnt. An unsere Eigenkreation und an unsere Lieblingsveggieburgerbraterei in Köln Kalk kommt halt so schnell nichts ran.

vegetarische Fritten in Gent
vegetarische Fritten und Veggie-Burger in Gent
Zwischen den Jahren nach Gent

Zwischen den Jahren nach Gent

by Frau K. Belgien Gent In der Stadt Reiseticker

Der Reiseticker tickert wieder. Frau K. und Herr L. sind unterwegs auf einem Kurztrip nach Gent. Für die Anreise haben wir uns ausgerechnet den Tag, an dem Deutschland im lange ersehnten Schnee versinkt, ausgesucht. Sie dauert entsprechend lange – dafür übernimmt die Bahn einen Teil unserer Reisekosten (das Ausfüllen der Verspätungsformulare meistern wir als regelmäßige Bahnfahrer inzwischen mit links).:-)

Gent empfängt uns mit einem kräftigen, aber kurzen Regenschauer. Bereits eine halbe Stunde später sitzen wir auf unseren Rädern und radeln durch das sogenannte „Manhattan des Mittelalters“. Für uns der optimale Weg eine Stadt zu erkunden und Gent macht es uns leicht. Fahrräder dürfen fast überall gegen die Einbahnstraße fahren und es gibt reichlich gut gekennzeichnete Fahrradwege und wenig Verkehr. Trotz vieler Wolken und immer mal wieder ein paar Regentropfen, gefällt uns das, was wir sehen, ziemlich gut. Süße kleine Backsteinhäuschen, reich verzierte Fassaden, kleine Kanäle und freundliche Menschen.

Zugfahrt im Schnee
Gent bei Nacht

Am Abend, zu Fuß auf dem Weg in ein (eigentlich) nahe gelegenes Restaurant, nehmen wir ein oder zwei falsche Abzweigungen und landen schließlich in einer kleinen spanischen Tapasbar. Die Tapas sind überraschend lecker und gut portioniert. In unserem persönlichen Tapasbar Ranking erreicht das „Hasta Manana“ spontan den zweiten Platz (direkt hinter einer Bar in Killkenny (!) und knapp vor unserem Lieblingsspanier in Köln). Wir essen Albondigas in fruchtiger Tomatensoße, die schmeckt wie frisch gemacht, ein großes Stück Tortilla mit Spinat und Schafskäse, einen Berg frittierter Tintenfischringe und würzige Garnelenbällchen. Danach sind wir satt und glücklich. Auf dem Heimweg entdecken wir jede Menge kleine Mode- und Möbelläden. Die wird sich Frau K. heute näher ansehen, während Herr L. auf einen seiner berühmten Stadtspaziergänge geht.

Tapasbar in Gent
Tapas in Gent
Köln – die Kahnstation im Blücherpark

Köln – die Kahnstation im Blücherpark

by Frau K. In der Stadt Reisebücher Wochenendtipp

Diesen Sommer waren wir ziemlich viel unterwegs und doch nie allzu weit weg von Köln. Für unseren im September erschienenen Reiseführer 66 x bestes Rheinland haben wir – wie der Titel unschwer vermuten lässt – 66 Orte zwischen Bonn, Köln und Düsseldorf besucht. Manche sogar mehrmals, weil im Reiseführer, anders als im echten Leben, (und speziell in diesem Sommer) die Sonne immer scheint. Irgendwann mittendrin hat sogar unser altes Auto den Geist aufgegeben und wir können daher aus eigener Erfahrung versichern, dass die Bahn- und Radkombi im Rheinland ganz hervorragend funktioniert.

Für das Wochenende ist im Rheinland allerbestes Fahrradwetter vorhergesagt. Daher haben wir für euch aus unserem Buch einen kleinen Wochenendtipp rausgesucht, der ganz wunderbar mit dem Rad zu erreichen ist. Zumindest für alle, die in und um Köln oder wenigstens irgendwo zwischen Bonn und Düsseldorf wohnen.

Wir essen unseren Kuchen am Wochenende auch im Blücherpark. Allerdings nicht bei der Kahnstation sondern im kleinen Horrorgarten, der in der direkt angrenzenden Kleingartenanlage versteckt ist. Wer ihn findet bekommt ein Stück Kuchen ab. Versprochen! 🙂

Der Jardin Majorelle in Marrakesch

Der Jardin Majorelle in Marrakesch

by Frau K. Gärten In der Stadt Marokko Marrakesch

In den letzten Jahren hat Frau K. von November bis Februar laut über das fiese Winterwetter gemault. Weder Tageslichtlampe noch Hängematte im Wohnzimmer konnten etwas an ihrer schlechten Winterlaune ändern. Das schaffen nur blauer Himmel, Sonnenschein und Temperaturen ab 20° Celsius.

Ich bin einfach furchtbar ungern drinnen, aber deshalb noch lange nicht gerne bei jedem Wetter draußen. Für meinen Traum – die kalte Jahreshälfte im warmen Süden zu verbringen – fehlt mir noch das passende Einkommen. Aber für einen Kurztrip von Weihnachten bis Silvester hat es in diesem Jahr gereicht.

Und so kommt’s, dass ich am Jahresanfang weder zwischen verschneiten Tannen noch auf matschigen Waldwegen wandern musste. Stattdessen gab es Sonne, Palmen und Kakteen satt. Kommt mit auf einen Spaziergang durch den wunderbaren Jardin Majorelle in Marrakesch.

Der Garten ist seit 1949 der Öffentlichkeit zugänglich. Angelegt wurde er von dem heute in Vergessenheit geratenen französischen Künstler Jaques Majorelle. Eine spezielle Abstufung des Kobaltblaus, die er im Garten sehr oft verwendete, nennt man nach ihm Majorelle-Blau. Ein größerer Farbkontrast zu den vielen Grüntönen ist kaum denkbar.

In dem kunstvoll angelegten Garten sind über 300 verschiedene Pflanzen vertreten. Zwanzig Gärtner und Angestellte kümmern sich täglich um den Garten und die Bassins. Nach dem Tod von Jaques Majorelle verwilderte der Garten zusehends, bis er 1980 von Yves Saint Laurent und seinem Lebenspartner Pierre Bergé aufgekauft und wiederhergestellt wurde. 

Im Jahr 2000 erhielt der Garten eine automatische Bewässerungsanlage, die seitdem für noch üppigeres Grün sorgt. Mir haben es vor allen Dingen die zahlreichen Kakteenarten angetan. Dabei stehe ich sonst gar nicht so auf die stacheligen Gesellen. Aber so im milden Sonnenlicht sind sie ganz einfach bezaubernd. Fast schon kuschelig. Anfassen sollte man sie dennoch lieber nicht.

Und noch ein Tipp: wer den Garten in Ruhe genießen will sollte möglichst früh am Morgen kommen. Je später es wird, desto mehr Menschenmassen drängeln sich auf den schmalen Wegen.

Öffnungszeiten und Preise

Jardin Majorelle
Rue Yves Saint Laurent, Marrakesh

1. Oktober bis 30. April 8 Uhr bis 17:30 Uhr
1. Mai bis 30. September 8 Uhr bis 18 Uhr
Ramadan 9 Uhr bis 17 Uhr

Garten 50 dhs, Museum 25 dhs

Anfahrt

Wir sind mit dem Taxi zum Jardin Majorelle gefahren. Einfach an die Straße stellen und winken. Der Fahrtpreis wird vor der Fahrt verhandelt (nicht vergessen sonst wird es am Fahrziel angekommen teuer). In der Regel kann der vom Fahrer genannte Preis, je nach Verhandlungslust und -geschick, um 30-50 Prozent herunter gehandelt werden.

London für Garten- (und Rad-)fans

London für Garten- (und Rad-)fans

by Frau K. England Gärten In der Stadt London Radeln

Frau K. ist leidenschaftliche Gärtnerin. Eigentlich unvorstellbar, dass sie ihren Garten ausgerechnet im Wonnemonat Mai für eine ganze Woche alleine lässt.

Eigentlich. Wenn allerdings der Mai so wenig Wonne bereithält wie heuer, sieht die Sache ein klein wenig anders aus. Mit Blick auf nur knapp zweistellige Tagestemperaturen ist mir die Abreise ehrlich gesagt überhaupt nicht schwer gefallen.

Und zugegeben, das Ziel war recht verlockend:
Eine Woche London inklusive einem mehrtägigen Besuch der Mutter aller Gartenschauen, der Chelsea Flower Show!

Also schnell den Tomatenpflänzchen ein wärmendes Mützchen übergestülpt, Koffer gepackt und nix wie weg. Bus – Flugzeug – Bus – Wohnung und dann die nächsten sechs Tage mit dem Rad quer durch die Stadt. Großartig! Mitgebracht haben Frau K. und Herr L. ein maßgeschneidertes Sightseeing Programm für Gärtner in Swinging London.

Erster Tag

Unsere Wohnung lag nur wenige Minuten vom Gelände der Chelsea Flower Show entfernt, am anderen Themseufer. Von hier aus sind wir mit den Rädern gestartet. Es braucht ein wenig innere Überzeugung um sich mit dem Rad in den lebhaften Londoner Verkehr zu werfen. Sich breit machen und nicht zu weit am Straßenrand fahren hilft und verschafft im Zweifel den Spielraum, den man braucht, um allzu rabiaten Autofahrern auszuweichen. Außerdem gibt es erstaunlich viele und erstaunlich breite Fahrradwege. Trotzdem waren wir ganz froh, dass große Teile der Strecke fern vom Verkehr verliefen.

Battersea Park, Hyde Park, Regent’s Park und dann am Regent’s Canal entlang bis zur Themse, auf dem Themsepfad zurück zum Battersea Park. Einmal rund um die Londoner Innenstadt, fast komplett durchs Grüne. Unglaublich entspannend und absolut empfehlenswert! Völlig begeistert war ich von den kleinen Gärten auf den vielen Hausbooten entlang von Regent’s Canal. Und von der Ruhe mitten in der Stadt. Die Themse liegt ein paar Meter tiefer als die Straßen. Der Verkehrslärm dringt nicht bis hierher. Die Stimmung ist irgendwie verwunschen.

Zweiter Tag

Die Royal Botanic Gardens in Kew – ein Muss für jeden Gärtner! Für die Hinfahrt haben wir uns in diesem Fall für den Zug entschieden, allerdings mit den Rädern im Gepäck. Wir wollten frisch genug sein, um das weitläufige Gelände bis zum letzten Winkel zu erlaufen. Denn dort, ganz am Ende des Parks, erstrecken sich im Mai unter lichtem Baumschatten riesige Felder voller Blue Bells. Ein zauberhafter Anblick!

Wer die größten erhaltenen Victorianischen Gewächshäuser der Welt besichtigen will muss übrigens schnell sein: sie werden renoviert und bleiben, vom Ende dieser Saison an, für die nächsten fünf Jahre geschlossen.

Absolut sehenswert im Mai: das Rhododendrontal. Die riesigen Jahrzehnte alten Büsche haben mit den kümmerlichen Gewächsen in deutschen Gärten nichts gemein.

Für den Rückweg haben wir uns wieder auf die Räder geschwungen. Gut anderthalb Stunden sind wir an der Themse entlang gemütlich nach Hause gefahren. Ein toller Abschluss für einen tollen Tag.

Dritter Tag

Die Chelsea Flower Show – das Mekka für Gärtner aus aller Welt. Der Geist dieser Gartenschau lässt sich nur schwer in Worte fassen. Ich habe noch nie so viele Hüte auf so wenig Raum gesehen. Die Begeisterung der Besucher für jeden einzelnen Grashalm ist ansteckend. Die Stimmung ähnelt der einer riesigen Gartenparty. Überall auf dem Gelände verstreut sitzen elegante Ladys und Lords auf der Wiese bei Gurkensandwichs und Pimm’s zusammen. Und dann natürlich die Gärten! Gartenkunst in Reinform. So beschwingt und leicht. So überraschend anders. So wild und schön. Ich bin immer noch ganz verzaubert und komme zurück mit jeder Menge Ideen für den eigenen Garten im Gepäck. Und der Termin für nächstes Jahr steht schon in meinem Terminkalender.

Anreise

Viele Wege und Transportmittel führen nach London. Wir sind geflogen. Rechtzeitig gebucht ist das die günstigste Anreisemöglichkeit.

Von Köln (und einigen anderen deutschen Städten) aus werden Flüge ab 20 Euro pro Person und Strecke (germanwings) angeboten.

Für einen mehrtägigen Besuch lohnt sich auf jeden Fall der Kauf einer Qyster Card (ca. 31 €).Mit der wiederaufladbare Smartcard im Kreditkartenformat, kann man alle öffentlichen Londoner Verkehrsmittel uneingeschränkt und mit 50% Rabatt nutzen.

Fahrräder mieten

Unsere Räder waren in der Wohnungsmiete einbegriffen. Dafür war die Ausstattung auch sehr basic. So basic, dass wir unsere Tour wegen eines gerissenen Bremszuges, plötzlich und mit dampfenden Schuhsohlen, unterbrechen mussten. Bei der Suche nach einem Fahrradreparaturladen hatten wir allerdings viel Spaß und haben unerwartete Plätze entdeckt.

Verkehrssichere Fahrräder gibt es bei Barcleys Cycle Hire in London an jeder Ecke. Londonblogger hat in einem sehr schönen Beitrag beschrieben wie das funktioniert.

Öffnungszeiten und Preise

Kew Gardens
Richmond, Surrey TW9 3AB

30. März – 25 August 9:30 Uhr bis 18:30 Uhr an Sonn- und Feiertagen bis 19:30 Uhr
26. August bis 25. Oktober 9:30 Uhr bis 18 Uhr
26. Oktober bis 6. Februar 9:30 Uhr bis 16:15 Uhr
7. Februar bis 28. März 9:30 Uhr bis 17:30 Uhr

Erwachsene 15 Pfund, ermäßigt 14 Pfund, Kinder bis 16 Jahre frei

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad:
http://www.kew.org/visit-kew-gardens/plan-your-visit/getting-here

 

Chelsea Flower Show
Royal Hospital, Chelsea

Mitte Mai, Dienstag bis Freitag 8 Uhr bis 20 Uhr, Samstag 8 Uhr bis 17:30 Uhr

Erwachsene 30 bis 58 Pfund
Tickets gibt es ab November des Vorjahres, das Kontingent ist begrenzt, die Tickets sind sehr begehrt und werden kurz vor der Show zu horrenden Preisen gehandelt, also unbedingt rechtzeitig bestellen.

Ich möch zo foß durch Kölle jon!

Ich möch zo foß durch Kölle jon!

by Frau K. Deutschland In der Stadt Köln Wandern

Was tun wenn dich an einem wunderschönen Wochenende die Wanderlust packt, du aber nicht die geringste Lust verspürst vorher ins Auto zu steigen? Kein Problem in Köln. Alle, die nicht allzu weit vom Rhein entfernt wohnen, nehmen wir heute auf eine etwa 12 Kilometer lange Rundwanderung mit.

Der Einstieg ist quasi überall möglich. Wir beginnen die kleine Kölnwanderung linksrheinisch an der Zoobrücke.

Wer mag kann mit Europas ältester Seilschwebebahn auf die andere Seite schweben. Ich persönlich bleibe lieber mit beiden Beinen fest auf dem Boden und überquere die Brücke deshalb auf der rechten Seite zu Fuß. Herr L. nimmt Rücksicht auf meine Höhenangst und begleitet mich. Der Blick auf den Rhein und Köln ist in jedem Fall spektakulär, wird aber im Verlauf der Wanderung noch gesteigert – versprochen!

Am Ende der Zoobrücke führt ein Weg in sanften Kurven nach unten in den Rheinpark. Für Eltern mit kleinen Kindern ist die Wanderung hier mitunter schon vorbei. Der Familienpark unter der Brücke mit Minigolfanlage, Minicarbahn, Kletterwand und Trampolins ist einfach zu verlockend, und das nicht nur weil der Eintritt frei ist. Ehrlich gesagt würde mir so eine kleine Partie Minigolf auch gefallen. Aber ohne das passende Kind dazu lass ich es dann doch sein und wir wandern weiter am Rhein entlang Richtung Dom bis zur Hohenzollernbrücke.

Dort thront Friedrich Wilhelm IV majestätisch auf seinem Ross und bewacht die vielen hundert Liebesschlösser, die das Brückengitter inzwischen zu einer viel besuchten Sehenswürdigkeit machen. 2008 hat alles mit einer handvoll Schlössern begonnen. Angebracht von Liebespaaren, die danach den Schlüssel mit den Worten „für immer“ in den Rhein warfen.

Eine Weile wurde bei der Bahn tatsächlich über die Entfernung der Schlösser nachgedacht – zu viel zusätzliches Gewicht für die Brückenkonstruktion, war das Argument. Aber in Köln hat halt auch die Bahn „en großes Hätz“ und deshalb (und vielleicht auch weil der Protest über diese Herzlosigkeit, dem angeschlagenen Image des Konzerns nicht gerade förderlich war) bleiben die Schlösser hängen. Zumindest solange sie die Verkehrssicherheit nicht gefährden.

Wir lassen die Schlösser links liegen und machen einen Abstecher zum sprichwörtlichen Höhepunkt der heutigen Wanderung. In Brückenrichtung – den Dom im Rücken – erreichen wir in wenigen Metern das KölnTriangel.

Ganz oben auf dem 103,2 Meter hohen Bürogebäude hat man einen wirklich spektakulären Blick über Köln und die Umgebung. An klaren Tagen reicht die Sicht bis ins Siebengebirge.

Zurück am Rheinufer zwängen wir uns im Gänsemarsch durch eine Baustelle die noch bis Ende 2015 den Bereich zwischen der Hohenzollernbrücke und der Deutzer Brücke stark einschränkt. Fahrradfahrer, Fußgänger, Kinderwagen und Hunde machen die nächsten 500 Meter zu einem der anspruchvollsten Streckenabschnitte des Rundwegs.

Leider gibt es keine Möglichkeit den Engpass zu umgehen. Aber irgendwann sind wir durch und sobald das Bauprojekt fertig gestellt ist, gibt es einen Grund mehr die „Schäl Sick“ zu besuchen: die neue Rheintreppe wird einen wunderbaren Blick auf die Kölner Altstadt bieten.

Wir gehen jetzt wieder entspannt nebeneinander am Rhein entlang, unter der Severinsbrücke durch bis zur alten Drehbrücke. 1907 errichtet ist sie immer noch in Betrieb und ermöglicht Schiffen den Zugang zu den Liegeplätzen im Deutzer Hafen. Ein Spektakel, das leider recht selten zu beobachten ist.

Auf den nächsten beiden Kilometern quer durch die Poller Wiesen laufen wir endlich, wie bei einer „richtigen“ Wanderung, über Erde und Gras. Jetzt ist die Gelegenheit sich die Schuhe wandermäßig zu versauen und ich ergreife sie mit beiden Füßen, weil Herr L. unbedingt ein Foto von mir ganz nahe am Ufer machen will. Wenigstens bleiben meine Socken trocken und ich weiß jetzt: meine neuen Schuhe sind nicht nur unglaublich bequem, sondern auch wasserdicht.

Die Poller Wiesen stehen das ganze Jahr bei den Kölnern hoch im Kurs. Wenn die Sonne scheint wird gegrillt was das Zeug hält, wenn der Wind weht ist der Himmel voller Drachen und während der Kölner Lichter hat man hier einen wunderbaren Blick auf das Feuerwerk und die Skyline der Stadt.

Wir wechseln bei der Südbrücke die Rheinseite. Von hier aus hat man einen großartigen Blick auf die Kranhäuser und den neuen Rheinauhafen. Sechs Kilometer haben wir jetzt zurückgelegt und unser Magen knurrt ganz gewaltig. Unser nächstes Ziel ist daher eines der vielen gemütlichen Cafes in der Südstadt. Leider sind wir nicht alleine auf der Suche nach einem leckeren Stück Kuchen und es dauert eine Weile bis wir zwei freie Plätze gefunden haben. Dafür schmecken Tee, Kaffee und Kuchen umso besser als sie nach kurzer Wartezeit serviert werden.

Der Rückweg führt auf der anderen Rheinseite entlang. Ein bisschen müde von der Kaffee und Kuchenschlacht schauen wir zunächst den Skatern eine Weile bei ihren Kunststücken zu. Die neu angelegte Anlage am Rheinufer bietet zwar keine spektakulären Pipes, dafür ist sie aber mit 2.000 Quadratmetern recht weitläufig und schön gelegen.

Auch schön: Der Mix aus alten und neuen Gebäuden im neuen Rheinauhafen. Von der Südbrücke bis zur Severinsbrücke erstreckt sich das Areal. Sein Höhepunkt sind natürlich die drei 60 Meter hohen Kranhäuser mit ihren im Sonnenlicht glitzernden Fassaden. Der Kölner nennt sie liebevoll „Dreigestirn“, nach den närrischen Regenten – Prinz, Bauer und Jungfrau – aus dem Kölner Karneval.

Wer in der Südstadt keinen Platz in einem Café gefunden hat, kann es hier noch einmal probieren. Schokoladenfans sei das Café im Schokoladenmuseum empfohlen. Hier kommt die heiße Schokolade direkt von der Quelle.

Weil wir spät gestartet sind und noch im Hellen ankommen wollen, laufen wir lieber brav weiter. Vorbei an den Bierkneipen der Altstadt. Lassen die Ausflugsschiffe rechts liegen und erreichen nach einem kräftigen Marsch endlich unseren Ausgangspunkt – die Zoobrücke.

Hier endet der offizielle Teil des Stadtspaziergangs. Bis zu uns nach Hause sind es noch ein paar Meter mehr. Zuerst stärken wir uns aber im nahe gelegenen Biergarten „Altes Schwimmbad“ mit einer riesigen Schüssel Pommes, Currywurst und 1,2,3 Gläsern Kölsch. Schöner kann so eine Wanderung auch auf dem Land nicht enden.

Anfahrt

Wir haben die Tour an der Seilbahnstation (E) begonnen und beendet. Selbstverständlich kann der Einstieg auch an jedem anderen Punkt erfolgen.

Öffentliche Verkehrsmittel:

S 16 + S 18 + Bus 140, Haltestelle Köln, Riehl Zoo/Flora

Öffnungszeiten und Preise

Seilbahn

15. 03.-10.11. täglich 10-18 Uhr (letzte Hin- und Rückfahrt 17:45)

Hinfahrt Erwachsene 4,50, Kinder (4-12) 2,50, Hin- und Rückfahrt Erwachsene 6,50, Kinder (4-12) 3,70

 

KölnTriangel

01.05.-30.09. Mo-Fr 11-22 Uhr, Sa, So, Feiertage 10-22 Uhr, 01.10.-30.04. Mo-Fr 12-18 Uhr, Sa, So, Feiertage 10-18 Uhr

Erwachsene 3,00, Kinder (bis 12) frei, ab 5 Personen 2,50 pro Person

 

Lieblingsplätze

Meister Gerhard
Chlodwigplatz 6
50678 Köln

Das kleine Café hat Montag bis Freitag ab 9 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen ab 10 Uhr geöffnet. Tolle Kuchen- und Waffelauswahl, leckere Tapas für den kleinen Hunger.

Schwimmbad
An der Schanz 2a
50735 Köln

Früher war hier wirklich ein Schwimmbad mit Blick auf den Rhein. Heute gibt es hier Pommes aus riesigen Schüsseln, leckere Currywurst und kaltes Kölsch. Sehr gemütliche Atmosphäre. Perfekt für warme Sommerabende. Bei schönem Wetter Montag bis FSamstag ab 12 Uhr, Sonntags und an Feiertagen ab 11 Uhr geöffnet.