Ich möch zo foß durch Kölle jon!

Ich möch zo foß durch Kölle jon!

by Frau K.

Was tun wenn dich an einem wunderschönen Wochenende die Wanderlust packt, du aber nicht die geringste Lust verspürst vorher ins Auto zu steigen? Kein Problem in Köln. Alle, die nicht allzu weit vom Rhein entfernt wohnen, nehmen wir heute auf eine etwa 12 Kilometer lange Rundwanderung mit.

Der Einstieg ist quasi überall möglich. Wir beginnen die kleine Kölnwanderung linksrheinisch an der Zoobrücke.

Wer mag kann mit Europas ältester Seilschwebebahn auf die andere Seite schweben. Ich persönlich bleibe lieber mit beiden Beinen fest auf dem Boden und überquere die Brücke deshalb auf der rechten Seite zu Fuß. Herr L. nimmt Rücksicht auf meine Höhenangst und begleitet mich. Der Blick auf den Rhein und Köln ist in jedem Fall spektakulär, wird aber im Verlauf der Wanderung noch gesteigert – versprochen!

Am Ende der Zoobrücke führt ein Weg in sanften Kurven nach unten in den Rheinpark. Für Eltern mit kleinen Kindern ist die Wanderung hier mitunter schon vorbei. Der Familienpark unter der Brücke mit Minigolfanlage, Minicarbahn, Kletterwand und Trampolins ist einfach zu verlockend, und das nicht nur weil der Eintritt frei ist. Ehrlich gesagt würde mir so eine kleine Partie Minigolf auch gefallen. Aber ohne das passende Kind dazu lass ich es dann doch sein und wir wandern weiter am Rhein entlang Richtung Dom bis zur Hohenzollernbrücke.

Dort thront Friedrich Wilhelm IV majestätisch auf seinem Ross und bewacht die vielen hundert Liebesschlösser, die das Brückengitter inzwischen zu einer viel besuchten Sehenswürdigkeit machen. 2008 hat alles mit einer handvoll Schlössern begonnen. Angebracht von Liebespaaren, die danach den Schlüssel mit den Worten „für immer“ in den Rhein warfen.

Eine Weile wurde bei der Bahn tatsächlich über die Entfernung der Schlösser nachgedacht – zu viel zusätzliches Gewicht für die Brückenkonstruktion, war das Argument. Aber in Köln hat halt auch die Bahn „en großes Hätz“ und deshalb (und vielleicht auch weil der Protest über diese Herzlosigkeit, dem angeschlagenen Image des Konzerns nicht gerade förderlich war) bleiben die Schlösser hängen. Zumindest solange sie die Verkehrssicherheit nicht gefährden.

Wir lassen die Schlösser links liegen und machen einen Abstecher zum sprichwörtlichen Höhepunkt der heutigen Wanderung. In Brückenrichtung – den Dom im Rücken – erreichen wir in wenigen Metern das KölnTriangel.

Ganz oben auf dem 103,2 Meter hohen Bürogebäude hat man einen wirklich spektakulären Blick über Köln und die Umgebung. An klaren Tagen reicht die Sicht bis ins Siebengebirge.

Zurück am Rheinufer zwängen wir uns im Gänsemarsch durch eine Baustelle die noch bis Ende 2015 den Bereich zwischen der Hohenzollernbrücke und der Deutzer Brücke stark einschränkt. Fahrradfahrer, Fußgänger, Kinderwagen und Hunde machen die nächsten 500 Meter zu einem der anspruchvollsten Streckenabschnitte des Rundwegs.

Leider gibt es keine Möglichkeit den Engpass zu umgehen. Aber irgendwann sind wir durch und sobald das Bauprojekt fertig gestellt ist, gibt es einen Grund mehr die „Schäl Sick“ zu besuchen: die neue Rheintreppe wird einen wunderbaren Blick auf die Kölner Altstadt bieten.

Wir gehen jetzt wieder entspannt nebeneinander am Rhein entlang, unter der Severinsbrücke durch bis zur alten Drehbrücke. 1907 errichtet ist sie immer noch in Betrieb und ermöglicht Schiffen den Zugang zu den Liegeplätzen im Deutzer Hafen. Ein Spektakel, das leider recht selten zu beobachten ist.

Auf den nächsten beiden Kilometern quer durch die Poller Wiesen laufen wir endlich, wie bei einer „richtigen“ Wanderung, über Erde und Gras. Jetzt ist die Gelegenheit sich die Schuhe wandermäßig zu versauen und ich ergreife sie mit beiden Füßen, weil Herr L. unbedingt ein Foto von mir ganz nahe am Ufer machen will. Wenigstens bleiben meine Socken trocken und ich weiß jetzt: meine neuen Schuhe sind nicht nur unglaublich bequem, sondern auch wasserdicht.

Die Poller Wiesen stehen das ganze Jahr bei den Kölnern hoch im Kurs. Wenn die Sonne scheint wird gegrillt was das Zeug hält, wenn der Wind weht ist der Himmel voller Drachen und während der Kölner Lichter hat man hier einen wunderbaren Blick auf das Feuerwerk und die Skyline der Stadt.

Wir wechseln bei der Südbrücke die Rheinseite. Von hier aus hat man einen großartigen Blick auf die Kranhäuser und den neuen Rheinauhafen. Sechs Kilometer haben wir jetzt zurückgelegt und unser Magen knurrt ganz gewaltig. Unser nächstes Ziel ist daher eines der vielen gemütlichen Cafes in der Südstadt. Leider sind wir nicht alleine auf der Suche nach einem leckeren Stück Kuchen und es dauert eine Weile bis wir zwei freie Plätze gefunden haben. Dafür schmecken Tee, Kaffee und Kuchen umso besser als sie nach kurzer Wartezeit serviert werden.

Der Rückweg führt auf der anderen Rheinseite entlang. Ein bisschen müde von der Kaffee und Kuchenschlacht schauen wir zunächst den Skatern eine Weile bei ihren Kunststücken zu. Die neu angelegte Anlage am Rheinufer bietet zwar keine spektakulären Pipes, dafür ist sie aber mit 2.000 Quadratmetern recht weitläufig und schön gelegen.

Auch schön: Der Mix aus alten und neuen Gebäuden im neuen Rheinauhafen. Von der Südbrücke bis zur Severinsbrücke erstreckt sich das Areal. Sein Höhepunkt sind natürlich die drei 60 Meter hohen Kranhäuser mit ihren im Sonnenlicht glitzernden Fassaden. Der Kölner nennt sie liebevoll „Dreigestirn“, nach den närrischen Regenten – Prinz, Bauer und Jungfrau – aus dem Kölner Karneval.

Wer in der Südstadt keinen Platz in einem Café gefunden hat, kann es hier noch einmal probieren. Schokoladenfans sei das Café im Schokoladenmuseum empfohlen. Hier kommt die heiße Schokolade direkt von der Quelle.

Weil wir spät gestartet sind und noch im Hellen ankommen wollen, laufen wir lieber brav weiter. Vorbei an den Bierkneipen der Altstadt. Lassen die Ausflugsschiffe rechts liegen und erreichen nach einem kräftigen Marsch endlich unseren Ausgangspunkt – die Zoobrücke.

Hier endet der offizielle Teil des Stadtspaziergangs. Bis zu uns nach Hause sind es noch ein paar Meter mehr. Zuerst stärken wir uns aber im nahe gelegenen Biergarten „Altes Schwimmbad“ mit einer riesigen Schüssel Pommes, Currywurst und 1,2,3 Gläsern Kölsch. Schöner kann so eine Wanderung auch auf dem Land nicht enden.

Anfahrt

Wir haben die Tour an der Seilbahnstation (E) begonnen und beendet. Selbstverständlich kann der Einstieg auch an jedem anderen Punkt erfolgen.

Öffentliche Verkehrsmittel:

S 16 + S 18 + Bus 140, Haltestelle Köln, Riehl Zoo/Flora

Öffnungszeiten und Preise

Seilbahn

15. 03.-10.11. täglich 10-18 Uhr (letzte Hin- und Rückfahrt 17:45)

Hinfahrt Erwachsene 4,50, Kinder (4-12) 2,50, Hin- und Rückfahrt Erwachsene 6,50, Kinder (4-12) 3,70

 

KölnTriangel

01.05.-30.09. Mo-Fr 11-22 Uhr, Sa, So, Feiertage 10-22 Uhr, 01.10.-30.04. Mo-Fr 12-18 Uhr, Sa, So, Feiertage 10-18 Uhr

Erwachsene 3,00, Kinder (bis 12) frei, ab 5 Personen 2,50 pro Person

 

Lieblingsplätze

Meister Gerhard
Chlodwigplatz 6
50678 Köln

Das kleine Café hat Montag bis Freitag ab 9 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen ab 10 Uhr geöffnet. Tolle Kuchen- und Waffelauswahl, leckere Tapas für den kleinen Hunger.

Schwimmbad
An der Schanz 2a
50735 Köln

Früher war hier wirklich ein Schwimmbad mit Blick auf den Rhein. Heute gibt es hier Pommes aus riesigen Schüsseln, leckere Currywurst und kaltes Kölsch. Sehr gemütliche Atmosphäre. Perfekt für warme Sommerabende. Bei schönem Wetter Montag bis FSamstag ab 12 Uhr, Sonntags und an Feiertagen ab 11 Uhr geöffnet.

Deutschland In der Stadt Köln Wandern

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