Megalo und Micro Papingo

Megalo und Micro Papingo

by Frau K.

Megalo und Micro Papingo liegen am Ende einer schmalen und sehr kurvigen Straße mitten im griechischen Pindusgebirge. In 17 Kehren führt sie vom Tal in die beiden kleinen Dörfer und hört dort auf. Die wahrscheinlich schönste Sackgasse der Welt. Am ersten Tag hatten wir echt Mühe unseren winzigen Mietwagen durch die engen Gassen zu unserer Unterkunft zu chauffieren. Aber es war die Mühe wert. Ganz oben in Megalo Papingo gelegen, mit freiem Blick auf das beeindruckende Gebirgspanorama, sonniger Innenhof, gemütlicher Frühstücksraum und sehr stylisch eingerichtete Zimmer. Wenn die Umgebung nicht so wahnsinnig sehenswert gewesen wäre, hätten wir Papaevangelou’s Gästehaus wohl gar nicht verlassen.

Papingo Papaevangelou Gästehaus
papingo papaevangelou zimmer
papingo papaevangelou Fenster

Unser erster Weg führte uns nicht allzu weit. Auf halber Strecke zwischen Megalo und Micro Papingo liegt, ein wenig abseits von der Straße, der oder das Kolimbitrio – ein natürliches Felsschwimmbecken. Gespeist wird es vom Rogovo Rema, der weiter unten im Tal in den größeren Voidomatis fließt. Eine Staumauer aus Holz (die im Winter, wenn der kleine Fluss sich in einen reissenden Bergbach verwandelt, geöffnet wird) hält das Wasser zurück. Bei unserem Besuch im Herbst war das Becken nur halb gefüllt, aber im Sommer bietet es Patz für sechs Schwimmzüge und ist tief genug für einen Sprung vom felsigen Rand. Flussaufwärts reihen sich noch viele kleinere Becken aneinander. Am Ende der wenige hundert Meter langen Schlucht gibt es einen kleinen Wasserfall. Wagemutige nutzen ihn im Sommer als Rutschbahn in das erste Wasserbecken.

Wir sind kurz vorher in den Wald abgebogen. Unser Ziel war Jens‘ Place. Mitten im Wald, einige Meter oberhalb des Wasserfalls, hat sich in den 80ern Jens aus Deutschland ein Lager unter freiem Himmel gebaut. Über viele Jahre hat er den Sommer dort verbracht, bis es ihn in einen anderen Teil der Welt verschlagen hat. Ein  heftiges Winterunwetter hat die von ihm gebauten Skulpturen und die Einrichtung seines Lagers weitgehend zerstört, aber der Platz strömt immer noch eine besondere Stimmung aus. Viele Besucher hinterlassen hier einen Zettel, tragen sich quasi in Jens Gästebuch ein.

papingo kolimbitrio 1
papingo kolimbitrio 2
papingo jens place 1
papingo jens place
papingo Wald

Von Jens‘ Place führte unser Weg weiter nach Micro Papingo und von dort zum roten Felsen. Eine wunderbare, rund zweistündige, Wanderung über die wir bereits berichtet haben.

Am Abend waren wir zu Gast im Astra bei Spyros und Kostas Tsoumanis. Wir hatten ordentlich Hunger nach der anstrengenden Wanderung, aber den Mengen die Kostas auf unseren Tisch lud, waren wir letztlich nicht gewachsen. Rund um das Restaurant gibt es einen großen Garten. Dort wächst das meiste von dem was die beiden Brüder in ihrer Küche verarbeiten.  Auch Fleisch und Käse stammt aus eigener Herstellung. Die Eltern der beiden ziehen mit über 70 Jahren immer noch im Mai mit ihren Schafen und Ziegen in die Berge, wohnen dort im Sommer in einer Berghütte und produzieren köstlichen Käse.

Auch am nächsten Tag waren wir wieder zu Besuch bei Spyros und Kostas – sie wollten einen traditionellen Pie mit frischen Gartenkräutern für uns zubereiten. Während Herr L. fleißig fotografierte, habe ich mir im Gespräch mit drei entzückenden Damen aus Athen und Zypern die Zeit vertrieben. Und ja, ein paar Gläschen Tsipouro waren auch im Spiel.

Papingo astra Kräuter schneiden
Papino astra zutaten pie
papino astra kräuter pie
papino astra kräuter pie
papino astra kräuter pie
papino astra kräuter pie
papino astra käseplatte
papino astra tsipouro
papino astra dame aus zypern

Anreise

Die zagorischen Dörfer liegen sehr versteckt im Pindusgebirge sind aber dennoch gut zu erreichen. Wir sind von Köln in zweieinhalb Stunden nach Thessaloniki geflogen und haben dort einen Wagen gemietet. Die Fahrt nach Ioannina auf der gut ausgebauten Straße dauert knapp drei Stunden. Hinter Ioannina wird es sehr kurvig. Für die rund 30 Kilometer bis Papingo braucht man noch einmal eine gute Stunde (und einen stabilen Magen).

Flugkosten: ab 50 € pro Person und Strecke
Mietwagen: ab 150 € für 10 Tage

Übernachten

Sowohl in Megalo als auch in Micro Papingo gibt es zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten. Die Menschen in Zagorochoria sind ausgesprochen gastfreundlich, man kann eigentlich nur gute Erfahrungen machen. Wir haben in Megalo Papingo bei Papaevangelou übernachtet und können das Gästehaus aus ganzem Herzen empfehlen. Die Zimmer, der Ausblick, der freundliche Besitzer und das leckere Frühstück (mit selbst gemachten Marmeladen von Mama), rundherum der schöne Garten (gepflegt von Papa), einfach perfekt.

Zimmer: ca. 75 € inkl. Frühstück

Essen

Allzu viele Restaurants gibt es nicht in den überschaubaren zagorischen Dörfern. Aber dafür war es überall wo wir waren ausgesprochen lecker. Unser Lieblingsplatz in Megalo Papingo ist definitiv das Astra. Gemüse und Salat frisch aus dem Garten rund ums Restaurant. Käse aus eigener Produktion. Fleisch von eigenen Tieren und sogar der Fisch kommt aus dem eigenen Teich. Die Preise sind moderat. Ein Glas selbst gebrannter Tsipouro gehört zu jedem Essen unbedingt dazu.

Restaurant Astra

Griechenland Papingo Zagorochoria

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