Übers Wochenende nach Zeeland

Übers Wochenende nach Zeeland

by Frau K. Am Meer Holland Zeeland

Vor ein paar Wochen  war Frau K. alleine unterwegs. Naja, nicht ganz alleine – zusammen mit vier anderen Journalistinnen hat sie sich auf eine Gruppenreise ins nahe Holland begeben. Genauer gesagt nach Domburg und Cadzand. Eigentlich steht sie überhaupt nicht auf Gruppenreisen, überhaupt gar nicht sogar, aber der Winter war lang, die Seeluft lockte und das Wellnessprogramm klang vielversprechend.

Wellness in Domburg und Cadzand?

Herr L. wollte das nicht glauben. Als er noch im besten Partyalter war, waren das seine beliebtesten Pfingst-Partyziele. Zelt, Schlafsack und zwei Kästen Bier im Kofferraum und ab in den Stau Richtung Holland…
Und jetzt erzählt ihm Frau K. was von Yoga am Strand, Energie tanken in der Nordsee-Erlebnisdusche und Packungen mit Algen und Meerwasser. Er zweifelt, aber das macht nichts, weil er darf eh nicht mit.

Muscheln in Zeeland

Die ersten beiden Kurorte in den Niederlanden!

Was er nicht weiß und Frau K. auch gerade erst erfahren hat – Domburg und Cadzand dürfen sich seit neustem “Seeheilbad” nennen. Damit das möglichst viele Menschen erfahren, wird Frau K. drei Tage lang von einem Spa ins nächste kutschiert, wobei die “Nur luure, nit anpacke” Devise gilt. Die Zeit drängt und es gilt ein umfangreiches Tages-Programm abzuarbeiten. Naja, der Badeanzug von Frau K. liegt aufgrund mangelnder Kofferpack-Diziplin zu Hause auf dem Bett und saunen ist nicht so ihr Ding. Macht also nichts. Obwohl, die Nordsee-Erlebnisdusche mit eingebautem Blitz, Donner und Dauerregen im Spa Domburg hätte sie schon gerne mal persönlich ausprobiert. Und auch die Strohbetten im Ruhebereich sahen sehr verlockend aus. Für 30 Euro pro Tag können Besucher den Spa-Bereich des Badhotels nutzen. Man muss also nicht unbedingt in dem Vier-Sterne-Haus übernachten, aber wenn man es tut muss man, nach einem langen Spa-Tag, nicht mal am Abend das Haus verlassen. Im Hotelrestaurant gibt es zwar keine Frikandel, aber dafür gut zubereiteten Fisch und Fleisch aus der Region.

Frau K. ist ja bekanntermaßen am liebsten draußen. Daher interessierte sie der angekündigte Yoga-Campingplatz ganz besonders. Eine Yogastunde sollte es auch geben und weil die Yogahose von Frau K. ihrem Badeanzug auf dem heimatlichen Bett Gesellschaft leistete, hat sie einige Energie in die Suche nach eine Ersatzhose investiert. Verschwendete Energie wie sie dann leider bald bemerken musste. Die Yogalehrerin war unpässlich oder anderweitig beschäftigt, so ganz klar wurde das nicht. Statt dessen stand eine Führung mit hohem imaginären Gehalt auf dem Programm. Der Yoga-Campingplatz bestand zum Zeitpunkt unseres Besuches noch aus einer riesigen alten Scheune und einer großen Streuobstwiese. In der Scheune fünf alte Campingwagen, die gerade entkernt und aufgehübscht wurden. Draußen ein erstes Wohnzelt im Safari-Stil, fast ganz aufgebaut 😉

YogaBee Eingang

Trotzdem ist sich Frau K. sicher, dass der Platz ganz wunderbar wird. Das bereits fertige Yoga-Retreat auf dem Nachbargrundstück ist schon sehr besonders eingerichtet. Mit viel Liebe zum Detail, luxuriösen Zimmern mit freistehender Badewanne und einem wunderschönen Übungsraum. Gekocht wird vegetarisch, gegessen an einem langen Tisch in großer Runde. Einen schönen Garten und ein ziemlich cooles Schwimmbecken gibt es auch. Absolut empfehlenswert für Yogafans mit Stilbewusstsein. Frau K. findet vor allem die Idee unter alten Apfel- und Birnbäumen zu Campen und den Sonnengruß zu machen großartig. Bei der nächstbesten Gelegenheit wird sie sich den fertigen Yoga-Campingplatz ansehen.

Einmal rundum erneuern bitte

Von Domburg geht die Reise nach Cadzand. Das ist eigentlich gar nicht so weit weg – Luft- bzw. Wasserlinie kaum mehr als 25-30 Kilometer – aber mit dem Bus dauert die Fahrt dann doch recht lange. Zeit für ein Nickerchen. Der Tag wird wieder lang und bis zum Abend sind noch einige Programmpunkte zu bewältigen. Kosmetik mit Inhaltsstoffen aus dem Meer wird vorgestellt, auf dem Quad gehts durch den Ort und über die Dünen, am Strand hängt Frau K. dann an einem Drachen und später hängt sie einen Wunsch an den Wunschbaum im Dorfzentrum von Cadzand-Dorp. Cadzand-Bad (das jetzt Bad Cadzand-Bad heißen darf ;-)) ist eine echte 70er Jahre Schönheit. Viel Waschbeton und seltsam verschachtelte Kunststoff-Fassaden. Aber der erste Eindruck täuscht. Hinter den Fassaden tut sich so einiges. Der ganze Ort erfindet sich gerade unter dem Motto “natürlich stylisch” neu. Geplant ist ein mondäner Jachthafen, ein Boulevard im normannischen Stil, rote, grüne blaue Stadtteile. Frau K. schwirrt der Kopf nach der Präsentation der Pläne. Ein Ferienhauspark mit 450 Häusern und vielen Grachten ist bereits fertig. Die vorhandenen, etwas trostlosen 70er Jahre Hotelbauten sollen bald in neuer Optik glänzen.

Quad fahren in Cadzand
Frau K. als Meernixe
Wunschzettelbaum in Cadzand-Dorp
Drachen steigen lassen in Cadzand
Drachen steigen lassen in Cadzand
Drachen steigen lassen in Cadzand

Ein Garten in den Dünen

Ein hippes Sterne-Restaurant hätte Frau K. in dem Gebäude mit Schulschwimmbad-Charme – dem abendlichen Besuchsziel – dennoch nicht erwartet. Entsprechend beeindruckt war sie beim Anblick des Pure C.

Super entspannte Atmosphäre. Ein junger sympathischer Küchenchef. Einzigartig leckeres Essen und ein spannendes Konzept. Vom versprochenen Strandgarten mit Salzpflanzen und speziellen Kräutern war zwar noch nicht viel zu sehen, aber zumindest die Essenz der Pflanzen, die da mal wachsen sollen, gab es in flüssiger Form als Aperitif. Mit rund 80 Euro für sechs Gänge (ohne Getränke) sind die Preise noch sehr moderat. Dafür ist das Pure C auch über Wochen ausgebucht. Spontan vorbeischauen klappt eher nicht, aber es lohnt sich das Essen dort bei einem Zeelandbesuch langfristig einzuplanen.

Kräuter aus Seeland in flüssiger Form
Austern schlürfen im Pure C
Salat aus Seetang, Pure C
sechs Gänge Menüs im Pure C in Cadzand
Aromagläser Pure c
Schokomousse mit goldenen Maccarons im Pure C

Yoga am Strand

Kurz vor der Abreise gab es dann doch noch eine Portion selbst erfahrener Wellness. Frau K. absolviert eine Yogastunde am Strand. Barfuß und glücklich. Ganz im Hier und Jetzt. Als Sitzkissen dient Sand und im Hintergrund rauscht das Meer. Herrlich!

Die Hochseeangeln-Schnupperstunde direkt danach ist fast genauso entspannend. Die Fische sind noch gar nicht da. Sie Chillen im Süden, wo das Wasser wärmer ist, lässt der Angelexperte durchblicken. Das Angel auswerfen birgt also nicht die Gefahr, dass gleich ein Fisch dran zupft und erschlagen werden muss und so tritt Frau K. wenige Stunden später die Heimreise tatsächlich bestens entspannt an.

Beim nächsten, selbst organisierten Zeeland-Besuch darf Herr L. dann wieder mit. Damit er mit eigenen Augen sehen kann, dass seine ehemaligen Pfingst-Partyziele mit ihm zusammen stilvoll gealtert sind. Ich freu mich drauf.

Cadzand-Bad Strand Yoga
tiefenentspannt beim Strand Yoga
Yoga am Strand
Frau K. angelt
Angelköder
Einführung ins Hochseeangeln
Kurztrip nach Nürnberg

Kurztrip nach Nürnberg

by Frau K. Deutschland In der Stadt Nürnberg

Bis zu unserer nächsten großen Reise dauert es noch ein bisschen, aber wir vertreiben uns die Zeit bis dahin ganz gerne mit Kurzreisen in “Good old Germany”. Mitte März waren wir in Nürnberg. Das Romantik-Hotel Rottner hat uns zu einem Wochenende mit 4-Gänge-Menü eingeladen und wir haben die Einladung gerne angenommen.

Angereist sind wir mit der Bahn – wie immer ein Erlebnis (aber dank korrespondierender Verspätungen haben wir letztlich unser Ziel doch erreicht) – und direkt damit begonnen Nürnberg mit dem Fahrrad zu erkunden. Die konnten wir direkt im Hotel ausleihen. Bis in die Stadt waren wir stramme 20 Minuten unterwegs. Da praktisch alle Altstadtstraßen und Gassen mit Kopfsteinpflaster belegt sind, haben wir die Räder am Rand stehen gelassen und zu Fuß auf Entdeckungstour begeben.

Nürnberg fahrradtour Altstadt
Nürnberg Wandmalerei Hirsch
nürnberg Brunnen
Nürnberg Weg zur Burg

Die Brunnen in Nürnberg sind ein wenig schräg. Es war kalt und windig, vor allem auf der Burg, zu der wir pflichtschuldig hinauf gestiegen sind. Dabei ist Frau K. wieder einmal klar geworden, dass sie nicht der klassische Sehenswürdigkeitenangucker ist. Viel lieber sitzt sie in Cafés oder steht stundenlang neben Herr L. wenn der eine Fotobuchhandlung entdeckt und noch lieber erkundet sie fremde Supermärkte (eine Leidenschaft, die Herr L. immer wieder in Erstaunen versetzt). Einen Supermarkt haben wir in Nürnberg nicht betreten. Dafür sind wir sehr zufällig über einen kleinen feinen Wochenmarkt gestolpert. Neben dem üblichen Ost- und Gemüseangebot gab es dort eine sehr bunte Mischung von Spezialitätenständen.

An dreien sind wir länger hängen geblieben. Herr L. kam selbstverständlich nicht am weltbesten Käsekuchen vorbei. Schön verpackt ist einer davon in unserer Tasche gelandet. Frau K. wurde an Mounias Stand mit selbst gebackenem marokkanischem Gebäck schwach. Und zum Abschluss gab es ein Gläschen Bier aus einer regionalen Mini-Brauerei. Mini waren allerdings auch die Probiergläschen. Trotzdem hat Herr L. dem Brauer eine Flasche zum mitnehmen abgeschwatzt. Die wechselte unter der Theke den Besitzer, weil ein wieder entdecktes Gesetz den Verkauf von Bier auf Nürnberger Wochenmärkten verbietet.

Nürnberg markt überblick
Nürnberg markt Käsekuchen
Nürnberg markt bierprobe
Nürnberg markt marokkanischer stand

Hochzufrieden sind wir nach dem Marktbesuch zum Romantik-Hotel Rottner zurück geradelt und haben erst mal die Füße hochgelegt. Kraft sammeln für das 4 Gänge-Menü im dazugehörigen Gasthaus am Abend.

Zwischendrin war noch etwas Zeit für eine Führung über das Hotelgelände, zu dem ein großer Gemüse- und Obstgarten gehört. Leider waren wir recht früh im Jahr zu Besuch. Viel zu sehen gab es noch nicht. Aber Frau K. kann sich gut vorstellen wie die Felder in ein paar Monaten aussehen werden. Den Ansatz soviel Gemüse- und Obst wie möglich selbst zu produzieren, findet sie soundso extrem gut. Gerade läuft sogar die Biozertifizierung für die hoteleigene Gemüseproduktion.

Ebenfalls echt schön: der Biergarten mit den riesigen Walnussbäumen, im Sommer lässt es sich dort bestimmt traumhaft sitzen. Bei knapp 5 Grad hat es uns aber recht schnell in das gemütliche Gasthaus getrieben. Wer mag kann sich die Räume bei einem 3D-Spaziergang ansehen.

Nürnberg gasthaus Rotten abendbeleuchtung

Dort war das zehnköpfige Küchenteam bereits eifrig mit der Zubereitung des Abendessens beschäftigt. An die Außentemperatur konnten wir in der Küche ganz schnell eine Null dranhängen. Trotzdem war es extrem spannend die Abläufe in der Gasthausküche live zu erleben. Ein bisschen wirkte es wie ein modernes Tanztheater. Einer unbekannten Choreografie folgend tänzeln die Köchinnen und Köche durch die enge Küche, um Herd, Töpfe und Pfannen herum, und am Ende steht das perfekt angerichtete fertige Gericht in der Durchreiche zum Gastraum. In den sind wir auch bald verschwunden, ein bisschen erschöpft vom Tag und voller Vorfreude auf das folgende Menü.

gasthaus Rotten küche Pfannen
gasthaus rottner pfanne flammen koch
gasthaus rottner sossenzubereitung
gasthaus rottner speisenzubereitung
gasthaus rottner speisenzubereitung
gasthaus rottner koch mit pfanne
gasthaus rottner küchenteam

Das wie erwartet keine Wünsche offen ließ. Es war echt lecker. Traditionell fränkische Küche neu interpretiert. Regional und saisonal. Mit Liebe zubereitet. Was will man mehr.

Jeder einzelne Gang war überraschend. Wirklich geflasht hat uns allerdings die Käseplatte und die Schnapsauswahl. Für beides hat Frau K. eine echte Schwäche, die Entscheidung fiel entsprechend schwer.

gasthaus rottner käseplatte
gasthaus rottner käseplatte
gasthaus rottner schnapsauswahl
gasthaus rottner lüsterweibchen

Es blieb nicht bei einem Gläschen. Wir waren die letzten Gäste. Stefan und Claudia Rottner, unsere Gastgeber, gesellten sich noch zu uns. Herr L. wechselte zusammen mit dem Chef zu Bier, Frau K. mit der Chefin zum Wein. Wir haben uns sehr nett unterhalten und ganz viel spannendes über das Romantik-Hotel, das Gasthaus Rottner und die Menschen, die darin arbeiten, erfahren. Bevor ich das alles hier im Detail aufschreibe besucht lieber selbst die schön gemachte Homepage des Hotels und schaut euch die Mitarbeiterportraits an. Oder fahrt gleich selbst hin. Am besten im Sommer, wenn alles schön grün ist und das Gemüse auf den Tellern aus dem Hotelgarten kommt. Dann werden in der Scheune Kinofilme gezeigt und dazu passendes Essen serviert. Und in der Kochschule Kochkurse veranstaltet, an deren Ende ein selbst gekochtes 4-Gänge-Menü steht.

Wir sind zu sehr später Stunde langsam in das Hotelgebäude gewankt. Stefan und Claudia Rottner mussten nur die Treppe rauf gehen. Die Familie wohnt immer noch in dem schönen alten Fachwerkgebäude, in dem auch das Gasthaus untergebracht ist. Das Lüsterweibchen links im Bild hat bei unserem Abschied (wie schon den ganzen Abend über) freundlich gelächelt. Und vielleicht sogar gewinkt. Ganz genau habe ich es nicht gesehen.

Unsere Reise wurde organisiert von Reisehummel.de. DiePhaben wirklich nette Städtereisen im Programm. Schaut mal rein.

Bei Elli und Gianna in Kapesovo

Bei Elli und Gianna in Kapesovo

by Frau K. Griechenland Kapesovo Zagorochoria

Am Ende eines langen Tages (während dem wir viele der wunderschönen Brücken im Zagorochoria überqueren durften) sind wir bei Elli in Kapesovo gelandet. Bereits unser Guide vom Vortag hat den Ort und vor allem das Cafenion wärmstens empfohlen. Auch Paris, unser Begleiter auf der Brückentour, war der Meinung wir müssten Elli, die das Cafenion in Kapesovo besitzt, und ihre Schwester Gianna unbedingt kennen lernen. Mitten in Elli’s winzigem Cafenion steht eine Zisterne. Sie wurde 1848 gebaut, ein dreizehn Meter tiefer Schacht zum Sammeln von Regenwasser, innen ausgekleidet mit einem immer noch erhaltenen Putz aus zerriebenen Muscheln und Eiweiß – ein altes Rezept um die Zisterne wasserdicht zu machen. Elli bietet in ihrem Cafenion selbst produzierte lokale Produkte an: Marmelade, Tee, getrocknete Pilze, aber auch Schmuck, Tsipouro, Likör und Wanderstäbe. Mein Favorit waren die vielen selbst gebackenen Kuchen nach alten Rezepten, darunter auch viele mit orientalischen Wurzeln aus der Zeit von Ali Pascha. Langweilig wird es Elli in ihrem Cafenion nie:

Viele Gäste denken wir seien hier sehr isoliert, aber das ist gar nicht so. Jeden Tag bekomme ich Besuch aus einem anderen Teil der Welt.

Ihre Schwester Gianna betreibt wenige Meter vom Cafenion entfernt ein kleines Gästehaus. Der Vater der beiden hat das 1875 erbaute Haus in liebevoller Kleinarbeit restauriert. Es ist ein echtes Schmuckstück.

Wirklich überwältigend aber war die Gastfreundschaft der beiden Schwestern. Elli verwöhnte uns im Cafenion mit traditionell griechischen und orientalischen Süßigkeiten und Kuchen, während Gianna mal eben ein paar typisch regionale Speisen für uns zubereitete. Wärmendes Trahana (eine cremige Suppe aus gemahlenen, mit Milch benetzen und dann getrockneten Weizen) zum Einstieg, ein Stück Pie mit Kräutern, Kartoffelpüree, verschiedene Gemüse, zartes Lammfleisch, dazu ein selbst gekelterter Wein und zum Abschluss ein Glas Tsipouro. Keine Ahnung wie wir es danach in unser Hotel geschafft haben. Beim nächsten Besuch quartieren wir uns gleich im Thoukididis ein und nehmen uns mehr Zeit die Umgebung zu erkunden. Von Kapesovo aus führt ein alter Pfad über viele hundert Stufen nach Vradeto. Leider konnten wir dieses Mal nur ein Foto davon machen. Von dort ist es nicht mehr weit zum Aussichtspunkt Beloi, der den besten Blick in die Nikos-Schlucht bieten soll.

kapesovo cafenion zisterne
selbst gemachte Produkte im Stern in Kapesovo
kapesovo eli und gianna
kapesovo cafenion
kapesovo eingang gästehaus
kapesovo
kapesovo Walnüsse mit Traubenmost überzogen
Zimmer in Kapesovo
Blick aus dem Zimmer in Kapesovo
kapesovo cafenion nachts

Anreise

Die zagorischen Dörfer liegen sehr versteckt im Pindusgebirge sind aber dennoch gut zu erreichen. Wir sind von Köln in zweieinhalb Stunden nach Thessaloniki geflogen und haben dort einen Wagen gemietet. Die Fahrt nach Ioannina auf der gut ausgebauten Straße dauert knapp drei Stunden. Hinter Ioannina wird es sehr kurvig. Für die rund 20 Kilometer bis Kapesovo braucht man noch einmal eine gute Stunde (und einen stabilen Magen).

Flugkosten: ab 50 € pro Person und Strecke
Mietwagen: ab 150 € für 10 Tage

Übernachten

In Kapesovo gibt es verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten. Die Menschen in Zagorochoria sind ausgesprochen gastfreundlich, man kann eigentlich nur gute Erfahrungen machen. Die Zimmer im Thoukididis sind sehr hell, mit tollem Blick in die umliegenden Berge und mit viel Liebe für’s Detail eingerichtet. Auf der Homepage kann man sich virtuell durch das Gästehaus bewegen und bekommt so einen guten Eindruck.

Zimmer: ca. 60 € inkl. Frühstück

Gianna packt auf Wunsch auch Lunchpakete oder kocht ein leckeres Abendessen für ihre Gäste.

Blumen im Winter: Kamelienausstellung in der Flora

Blumen im Winter: Kamelienausstellung in der Flora

by Frau K. Wochenendtipp

Nachdem unser Wochenendtipp in einen kurzen tiefen Winterschlaf gefallen ist, wecken wir ihn heute, trotz fallender Temperaturen, wieder auf. Vor einigen Tagen hat die Kamelienausstellung in der Flora in Köln ihre Türen geöffnet. In den Gewächshäusern lässt sich die Blütenpracht sogar bei Regen und Schnee bewundern. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist bis April täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr geöffnet.

Kamelienausstellung Flora Köln
Die Vikos-Schlucht

Die Vikos-Schlucht

by Frau K. Aristi Griechenland Koukouli Vikos Zagorochoria

Laut Guiness-Buch der Rekorde ist die Vikos-Schlucht im Vikos-Nationalpark mitten im griechischen Pindus-Gebirge die tiefste Schlucht der Welt. Zumindest im Verhältnis zu ihrer Breite. Sie ist jedoch in jedem Fall, ganz unabhängig von ihrer Breite, die tiefste Schlucht in die ich bislang geblickt habe.

Eigentlich wollten wir die Vikos-Schlucht durchwandern. Das dauert sechs Stunden und ist eine schweißtreibende Angelegenheit. Es brauchte wenig Überredungskunst von unserem Guide, darauf zu verzichten und statt dessen am Anfang und Ende der Schlucht einen Blick hinein zu werfen. Nach einem anstrengenden Vortag schien uns das sehr vernünftig. In Vikos sind wir den halben Weg zur Schlucht runter (30 min.) und wieder hoch (45 min.) geklettert, damit war unser Bewegungsbedürfnis erst mal befriedigt. Sehr viele Kurven später, am anderen Ende der Vikos-Schlucht angelangt hatten wir es einfacher. Zum Aussichtspunkt Oxia führt ein kurzer Weg ohne Steigungen. Wir hatten auf diesem Weg einen freundlichen Begleiter. Scheinbar verbringt der Hund seinen Tag damit, Touristen bis zum Aussichtspunkt und wieder zurück zum Auto zu begleiten. Statt Münzen nimmt er für diesen Dienst gerne ein halbes Käse-Sandwich oder ein Würstchen. Unsere Taschen waren leider leer, aber er schien sich auch über freundliche Worte zu freuen.

Die beste Zeit für eine Wanderung durch die Schlucht ist der Frühling. Im Mai und Juni führt der Voidomatis, der durch die Schlucht fließt, herrlich klares Wasser und an den Hängen blühen die zahlreiche Wildblumen und Kräuter. Ein völlig anderes Bild bietet die Schlucht im Herbst. Das Flussbett ist über weite Strecken ausgetrocknet, dafür färben sich die baumbewachsenen Hänge in allen Farben.

Fast noch beeindruckender als der Blick in die Schlucht war unser Besuch im Kloster Pareskevi. Hinter dem Kloster führt ein schmaler Pfand direkt an der steil abfallenden Felsenwand der Schlucht entlang. Keine Ahnung wie ich das mit meiner Höhenangst geschafft habe. Ich war jedenfalls mächtig stolz danach.

vikos-schlucht blick von vikos
vikos-schlucht blick von oxia
vikos-schlucht schrein
vikos-schlucht blick von oxia
vikos-schlucht Aussichtspunkt oxia
vikos-schlucht unser guide
weg beim Kloster paraskevi

Das Cafenion in Aristi

Vor unserer Fahrt zum Aussichtspunkt Oxia lag noch ein kleiner Zwischenstopp, den wir nicht verschweigen wollen. In jedem der zagorischen Dörfer gibt es ein Cafenion. Meist mitten im Dorf, nahe der Kirche, am Dorfplatz, der von einer alten Platane beschattet wird. In Aristi gibt es gleich zwei Cafenions. Eines am Dorfplatz und noch ein kleines verstecktes, in das nur wenige Touristen finden.

Es gehört Alexandra. Sie ist in Aristi geboren und hat das Cafenion nach dem Tod ihres Vaters übernommen. Früher, als er noch lebte, war es auf der anderen Straßenseite, ein paar Meter die Straße hinauf. Schon Alexandras Großvater hat in dem kleinen Laden ein Cafenion betrieben und außerdem von Seide über Lebensmittel und Kaffee alles verkauft, was die Dorfbewohner zum Leben brauchten. Im zweiten Weltkrieg wurde das Haus zerstört und dort wieder aufgebaut, wo Alexandra bis heute noch griechischen Kaffee, Bergtee und kleine Speisen anbietet. Sie hat keine eigenen Kinder und war nie verheiratet. Sie sagt, sie sei nicht traurig deswegen, aber während sie es sagt, sieht sie ein wenig traurig aus. Ein wenig, doch dann lächelt sie uns an, bringt uns Kaffee und selbstgemachte Süßigkeiten und bemuttert uns, wie sie es über die vielen Jahre mit allen Dorfbewohnern gemacht hat.

aristi cafenion alexandra
aristi cafenion Bilder
aristi cafenion der alte ofen
aristi cafenion spoonfull sweets
aristi cafenion nippes

Zu Besuch bei Vikos-Doktor Nikos in Koukouli

Am frühen Nachmittag führt uns der Hunger in das Cafenion in Koukouli. Dort zaubert uns Nikos, der sich selbst als Vikos-Doktor bezeichnet, ein leckeres Omelett und einen griechischen Salat. Die Vikos-Doktoren wussten bereits im 18. und 19. Jahrhundert um die Heilkräfte der vielen Kräuter, die im Pindus-Gebirge wachsen. Sie waren weit über die Region hinaus berühmt für ihr medizinisches Wissen. Einige der von ihnen verwendeten Kräuter, wie zum Beispiel Belladonna, werden noch heute für die gleichen Leiden wie damals eingesetzt. Die beiden Vikos-Doktoren Pantazis Exarchou und Zonias sollen sogar um die antibakterielle Wirkung von Pilzen (Penizillin) gewusst haben.

Nikos sammelt und verarbeitet Kräuter aus der Region nach alter Tradition zu Teemischungen und konserviert ihre Heilkraft in selbstgebranntem Tsipouro. Gleich drei verschiedene Tsipouros müssen wir bei ihm probieren. Er lädt mich ein im Sommer wieder zu kommen, dann will er mir alles beibringen was er über die heilsamen Kräuter weiß. Ich verspreche es und würde es auch wirklich gerne tun.

koukouli cafenion omlett
koukouli cafenion tsipouro
koukouli cafenion portrait nikos
Megalo und Micro Papingo

Megalo und Micro Papingo

by Frau K. Griechenland Papingo Zagorochoria

Megalo und Micro Papingo liegen am Ende einer schmalen und sehr kurvigen Straße mitten im griechischen Pindusgebirge. In 17 Kehren führt sie vom Tal in die beiden kleinen Dörfer und hört dort auf. Die wahrscheinlich schönste Sackgasse der Welt. Am ersten Tag hatten wir echt Mühe unseren winzigen Mietwagen durch die engen Gassen zu unserer Unterkunft zu chauffieren. Aber es war die Mühe wert. Ganz oben in Megalo Papingo gelegen, mit freiem Blick auf das beeindruckende Gebirgspanorama, sonniger Innenhof, gemütlicher Frühstücksraum und sehr stylisch eingerichtete Zimmer. Wenn die Umgebung nicht so wahnsinnig sehenswert gewesen wäre, hätten wir Papaevangelou’s Gästehaus wohl gar nicht verlassen.

Papingo Papaevangelou Gästehaus
papingo papaevangelou zimmer
papingo papaevangelou Fenster

Unser erster Weg führte uns nicht allzu weit. Auf halber Strecke zwischen Megalo und Micro Papingo liegt, ein wenig abseits von der Straße, der oder das Kolimbitrio – ein natürliches Felsschwimmbecken. Gespeist wird es vom Rogovo Rema, der weiter unten im Tal in den größeren Voidomatis fließt. Eine Staumauer aus Holz (die im Winter, wenn der kleine Fluss sich in einen reissenden Bergbach verwandelt, geöffnet wird) hält das Wasser zurück. Bei unserem Besuch im Herbst war das Becken nur halb gefüllt, aber im Sommer bietet es Patz für sechs Schwimmzüge und ist tief genug für einen Sprung vom felsigen Rand. Flussaufwärts reihen sich noch viele kleinere Becken aneinander. Am Ende der wenige hundert Meter langen Schlucht gibt es einen kleinen Wasserfall. Wagemutige nutzen ihn im Sommer als Rutschbahn in das erste Wasserbecken.

Wir sind kurz vorher in den Wald abgebogen. Unser Ziel war Jens’ Place. Mitten im Wald, einige Meter oberhalb des Wasserfalls, hat sich in den 80ern Jens aus Deutschland ein Lager unter freiem Himmel gebaut. Über viele Jahre hat er den Sommer dort verbracht, bis es ihn in einen anderen Teil der Welt verschlagen hat. Ein  heftiges Winterunwetter hat die von ihm gebauten Skulpturen und die Einrichtung seines Lagers weitgehend zerstört, aber der Platz strömt immer noch eine besondere Stimmung aus. Viele Besucher hinterlassen hier einen Zettel, tragen sich quasi in Jens Gästebuch ein.

papingo kolimbitrio 1
papingo kolimbitrio 2
papingo jens place 1
papingo jens place
papingo Wald

Von Jens’ Place führte unser Weg weiter nach Micro Papingo und von dort zum roten Felsen. Eine wunderbare, rund zweistündige, Wanderung über die wir bereits berichtet haben.

Am Abend waren wir zu Gast im Astra bei Spyros und Kostas Tsoumanis. Wir hatten ordentlich Hunger nach der anstrengenden Wanderung, aber den Mengen die Kostas auf unseren Tisch lud, waren wir letztlich nicht gewachsen. Rund um das Restaurant gibt es einen großen Garten. Dort wächst das meiste von dem was die beiden Brüder in ihrer Küche verarbeiten.  Auch Fleisch und Käse stammt aus eigener Herstellung. Die Eltern der beiden ziehen mit über 70 Jahren immer noch im Mai mit ihren Schafen und Ziegen in die Berge, wohnen dort im Sommer in einer Berghütte und produzieren köstlichen Käse.

Auch am nächsten Tag waren wir wieder zu Besuch bei Spyros und Kostas – sie wollten einen traditionellen Pie mit frischen Gartenkräutern für uns zubereiten. Während Herr L. fleißig fotografierte, habe ich mir im Gespräch mit drei entzückenden Damen aus Athen und Zypern die Zeit vertrieben. Und ja, ein paar Gläschen Tsipouro waren auch im Spiel.

Papingo astra Kräuter schneiden
Papino astra zutaten pie
papino astra kräuter pie
papino astra kräuter pie
papino astra kräuter pie
papino astra kräuter pie
papino astra käseplatte
papino astra tsipouro
papino astra dame aus zypern

Anreise

Die zagorischen Dörfer liegen sehr versteckt im Pindusgebirge sind aber dennoch gut zu erreichen. Wir sind von Köln in zweieinhalb Stunden nach Thessaloniki geflogen und haben dort einen Wagen gemietet. Die Fahrt nach Ioannina auf der gut ausgebauten Straße dauert knapp drei Stunden. Hinter Ioannina wird es sehr kurvig. Für die rund 30 Kilometer bis Papingo braucht man noch einmal eine gute Stunde (und einen stabilen Magen).

Flugkosten: ab 50 € pro Person und Strecke
Mietwagen: ab 150 € für 10 Tage

Übernachten

Sowohl in Megalo als auch in Micro Papingo gibt es zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten. Die Menschen in Zagorochoria sind ausgesprochen gastfreundlich, man kann eigentlich nur gute Erfahrungen machen. Wir haben in Megalo Papingo bei Papaevangelou übernachtet und können das Gästehaus aus ganzem Herzen empfehlen. Die Zimmer, der Ausblick, der freundliche Besitzer und das leckere Frühstück (mit selbst gemachten Marmeladen von Mama), rundherum der schöne Garten (gepflegt von Papa), einfach perfekt.

Zimmer: ca. 75 € inkl. Frühstück

Essen

Allzu viele Restaurants gibt es nicht in den überschaubaren zagorischen Dörfern. Aber dafür war es überall wo wir waren ausgesprochen lecker. Unser Lieblingsplatz in Megalo Papingo ist definitiv das Astra. Gemüse und Salat frisch aus dem Garten rund ums Restaurant. Käse aus eigener Produktion. Fleisch von eigenen Tieren und sogar der Fisch kommt aus dem eigenen Teich. Die Preise sind moderat. Ein Glas selbst gebrannter Tsipouro gehört zu jedem Essen unbedingt dazu.

Restaurant Astra

Island ist…

Island ist…

by Frau K. Blogparade Island Reisen allgemein

…die Antwort auf die Frage gibt euch Daniela Wortakzente, mein Blogwichtel bei der diesjährigen Wichtelaktion meines Lieblingsnetzwerks, in ihrem wunderbaren Beitrag über Island.

2011 erkundeten wir in unseren Sommerferien Island. Wir, das sind mein Mann, unsere beiden Söhne, damals 15 und 11 Jahre alt, und ich. Wir nahmen uns drei Wochen Zeit, weil wir mit dem eigenen Auto anreisen wollten.

Wir waren gerade mal auf der Höhe von Hannover, als unsere Pläne von einer Rundreise zu platzen drohten: Das Reisebüro rief mich auf dem Handy an, eine Brücke im Süden war weggeschwemmt worden. Da die Ringstraße die einzige Straße ist, war der Weg zu unserem letzten Ferienhaus abgeschnitten. Nötigenfalls würde man sich um eine Ersatzunterkunft kümmern. Allerdings müssten wir dann die ganzen vielen Kilometer wieder zurückfahren. Aber gut, sollte es nicht anders gehen, würden wir das auch schaffen. Wie ließen uns die gute Laune nicht verderben. Und wirklich: Innerhalb weniger Tage hatten die Isländer eine lange Ersatz-Pontonbrücke gebaut.

Nach einer Übernachtung in Hirthals in Dänemark bestiegen wir am nächsten Morgen die Fähre Norönna, die uns in gut zwei Tagen nach Seydisfjördur in Island brachte. Über die Reise im Detail zu berichten, würde den Rahmen sprechen. Daher einige Impressionen.

Island ist heiß

Dank heißer Quellen hat fast jedes Ferienhaus einen eigenen Hotpot, das ist ein großer Whirlpool auf der Terrasse. Einfach wunderbar entspannend. Und geruchlich bedeutend besser als die Schwefeldämpfe beim „Tor zur Hölle“.

Island Schwefelquellen
Island Thermische Energie

Island ist kalt

Nicht nur die Gletscher, nein, wir hatten auch den kältesten Sommer seit 1956 erwischt. Das hieß: viel Regen, niedrige Temperaturen, Nebel, fast immer Anoraks, Mützen und Schals. Dies hielt die isländischen Jugendlichen aber nicht davon ab, in Shorts, T-Shirts und mit nassen Haaren vom Schwimmbad nach Hause zu laufen.

Island Gletscher
Island kalbender Gletscher

Island ist voller Wasserfälle

Island Wasserfall Dettifoss
Island Wasserfall Gulfoss
Island Wasserfall Dynjandi

Island ist voller Tiere

Man muss nur genau hinsehen. Meistens sind es Vögel, beim Whale Watching haben wir in der Ferne tatsächlich einen Wal entdeckt, am Strand lagen gut getarnte Robben herum und manchmal wurde eine Herde Islandponys über die Straße getrieben.

Island Möven
Island Komoran
Island Papageientaucher

Island ist holprig

Abseits der Ringstraße sind die Straßen in sehr unterschiedlichem Zustand. Wir waren nicht im Hochland, wo Allradfahrzeuge vorgeschrieben sind, unsere Neugier sorgte aber dafür, dass wir dennoch einige Herausforderungen zu meistern hatten. Gegen Ende der Tour mussten wir zwei neue Reifen bestellen, die erst bestellt und eingeflogen werden mussten. Kein billiger Spaß, aber wir trauten uns nicht, damit noch bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn zu fahren.

Island Holperpiste
Island mit eigenem Auto
Island abgefahrener Autoreifen

Island bietet noch so viel mehr: beeindruckende Lavafelder, zarte Pflanzen, Kultur, nette Menschen, zwei Erdteile, Geysire, Reykjavik, Berge, Meer, Mythen … Island ist wundervoll!

Silvester in Gent

Silvester in Gent

by Frau K. Belgien Gent In der Stadt Reiseticker

Unser dritter Tag in Gent zog weitgehend ereignislos an uns vorbei. Das Winterwunderschloss (die winterlich dekorierte Burg Gravensteen) war am letzten Tag des Jahres leider geschlossen. Die große Bootstour fiel aus. Punkt 17 Uhr rasselten die Gitter an den letzten Geschäften runter. Dabei wäre Frau K. so gerne noch länger durch die vielen kleinen Läden gebummelt.

Blaue Stunde in Gent
Blaue Stunde in Gent

Gut, dass der unvermeidliche Souvenirkauf bereits erledigt war. Bisschen schade auch, dass wir die Silvester-Party-Frisur-Aktion in dem gemütlichen Bio-Cafe, in das wir auf dem Heimweg einkehren wollten, verpasst haben. Die Frisuren waren wirklich spektakulär, sehr wild, mit Schnee und Böllern im Haar. Es scheint so, als ist eine möglichst auffällige Party-Frisur an Silvester in Gent ein absolutes „must-have“. Alle Friseursalons waren bis zur letzten Minute hoffnungslos überfüllt.

Das gleiche galt für die meisten Restaurants, die am Silvesterabend wahlweise ausgebucht oder gleich geschlossen waren. Die Entscheidung für unser eigenes exklusives Pop-Up-Restaurant fiel uns daher recht leicht. Mit ein wenig Unterstützung von Del Haize konnten wir ein exquisites 4-Gänge-Menü zaubern und uns rechtzeitig vor Mitternacht wieder unters Volk mischen, um das Genter Silvesterfeuerwerk zu bestaunen.

Drei Sorten Entenbrust
Lachs und Jakobsmuscheln
Mini-Nachtisch
Kleiner Käseteller

Und das war wirklich WOW! (Hier wäre durchaus eine ganze Reihe Ausrufungszeichen angebracht, aber dann kriege ich bestimmt Ärger mit #Martenstein). Hier hat ausnahmsweise mal funktioniert, was ich sonst nicht empfehlen würde: der Herdentrieb.

Wir sind kurz vor zwölf den Massen gefolgt und an einem Kanal gelandet. Ganz Gent schien dort versammelt. Besser hätten wir es nicht treffen können. Die nächste halbe Stunde war gefüllt mit lauten Oh’s und Ah’s und sogar Herr L. ist das eine oder andere Begeisterungsgeräusch entschlüpft. Ein rundum gelungener Jahreswechsel also.

Und zum Schluss noch, weil es irgendwie zum Jahreswechsel dazugehört unser Vorsatz für das neue Jahr: „Besser Essen“ 🙂

Vegetarische Fritten

Vegetarische Fritten

by Frau K. Belgien Gent In der Stadt Reiseticker

Gent pflegt seinen Ruf als Veggie-Hauptstadt mit einem wöchentlichen Veggie-Day. Immer Donnerstags steht in den Kantinen und Restaurants der Stadt ein vegetarisches Gericht im Vordergrund. In den meisten Restaurants fehlen bei diesem Essen allerdings die allseits beliebten Fritten. Der Grund: die echten belgischen Fritten werden in Rinderfett frittiert und sind damit für echte Vegetarier tabu. Damit trotz Veggie-Day niemand auf die goldgelben Stäbchen verzichten muss, gibt es ein paar ausgewählte Adressen mit echten vegetarischen Fritten, frittiert in feinstem Pflanzenfett. Eine davon, “De Frietketel”, wollten wir heute Mittag besuchen.

Leider hat sich Frau K. zu lange in den Möbel- und Modeläden herumgetrieben und wir standen vor verschlossener Tür. Beim zweiten Anlauf am Abend hat es ein wenig besser geklappt. Die Menschentraube vor dem Laden hielt Herr L. zunächst für die übliche Draußen-Raucher-Ansammlung. Damit lag er falsch. Es war das Ende der Warteschlange. Nach fünfzehn Minuten waren wir in den Laden vorgerückt und konnten die umfangreiche Speisekarte studieren. Bei achtzehn verschiedenen Veggieburgern fiel die Auswahl nicht ganz leicht. Weitere fünfzehn Minuten später hatten wir uns entschieden. Die beiden “kleinen” Pommes Portionen fielen wie immer in Belgien ausgesprochen üppig aus. Frau K.’s Falafel-Saté hätte mit Humus oder Erdnusssoße bestimmt besser geschmeckt. Herr L.’s Crispy Cheese Burger war ok, aber leider weder crispy noch cheesy. So ganz konnten wir den Massenansturm auf den Laden nicht verstehen. Pommes-Berge für kleines Geld gibt es auch anderswo. Empfehlen würden wir ihn dennoch. Man sitzt nett zwischen lauter netten Menschen und möglicherweise sind wir, was Veggie-Burger angeht, auch einfach nur verwöhnt. An unsere Eigenkreation und an unsere Lieblingsveggieburgerbraterei in Köln Kalk kommt halt so schnell nichts ran.

vegetarische Fritten in Gent
vegetarische Fritten und Veggie-Burger in Gent