Zwischen den Jahren nach Gent

Zwischen den Jahren nach Gent

by Frau K. Belgien Gent In der Stadt Reiseticker

Der Reiseticker tickert wieder. Frau K. und Herr L. sind unterwegs auf einem Kurztrip nach Gent. Für die Anreise haben wir uns ausgerechnet den Tag, an dem Deutschland im lange ersehnten Schnee versinkt, ausgesucht. Sie dauert entsprechend lange – dafür übernimmt die Bahn einen Teil unserer Reisekosten (das Ausfüllen der Verspätungsformulare meistern wir als regelmäßige Bahnfahrer inzwischen mit links).:-)

Gent empfängt uns mit einem kräftigen, aber kurzen Regenschauer. Bereits eine halbe Stunde später sitzen wir auf unseren Rädern und radeln durch das sogenannte „Manhattan des Mittelalters“. Für uns der optimale Weg eine Stadt zu erkunden und Gent macht es uns leicht. Fahrräder dürfen fast überall gegen die Einbahnstraße fahren und es gibt reichlich gut gekennzeichnete Fahrradwege und wenig Verkehr. Trotz vieler Wolken und immer mal wieder ein paar Regentropfen, gefällt uns das, was wir sehen, ziemlich gut. Süße kleine Backsteinhäuschen, reich verzierte Fassaden, kleine Kanäle und freundliche Menschen.

Zugfahrt im Schnee
Gent bei Nacht

Am Abend, zu Fuß auf dem Weg in ein (eigentlich) nahe gelegenes Restaurant, nehmen wir ein oder zwei falsche Abzweigungen und landen schließlich in einer kleinen spanischen Tapasbar. Die Tapas sind überraschend lecker und gut portioniert. In unserem persönlichen Tapasbar Ranking erreicht das “Hasta Manana” spontan den zweiten Platz (direkt hinter einer Bar in Killkenny (!) und knapp vor unserem Lieblingsspanier in Köln). Wir essen Albondigas in fruchtiger Tomatensoße, die schmeckt wie frisch gemacht, ein großes Stück Tortilla mit Spinat und Schafskäse, einen Berg frittierter Tintenfischringe und würzige Garnelenbällchen. Danach sind wir satt und glücklich. Auf dem Heimweg entdecken wir jede Menge kleine Mode- und Möbelläden. Die wird sich Frau K. heute näher ansehen, während Herr L. auf einen seiner berühmten Stadtspaziergänge geht.

Tapasbar in Gent
Tapas in Gent
Blogparade: Die wichtigsten Info-Quellen für Reisende

Blogparade: Die wichtigsten Info-Quellen für Reisende

by Frau K. Blogparade Reisen allgemein
Info-Quellen für Reisende

Oliver Zwahlen vom Weltreiseforum fragt nach den wichtigsten Info-Quellen für Reisende. Das ist unser Beitrag zu seiner Blogparade:

Früher (also vor Herr L. und Kinderschar) verliefen meine Reisen immer spontan und ungeplant. Ferien, Urlaub, ein paar freie Tage, ein Auto, ein paar Freunde, ein gemeinsames Reiseziel und schon ging es los.

Dabei galten vor allem zwei Auswahlkriterien:

Wie weit kommen wir mit unserem Geld?
Wo scheint die Sonne und wo ist das Meer am blausten?

Reiseführer spielten dabei für uns keine Rolle. Wir fuhren einfach Richtung Süden und schlugen die Zelte auf dem ersten freien Campingplatz auf (solange er nur nah genug am Wasser war). Der Radius war begrenzt – unsere Ansprüche (und damit unser Informationsbedarf) ans Reiseland ebenfalls.

Später (immer noch vor Herr L. und Kinderschar) zog es mich weiter weg. So ganz ohne Planung ging das nicht mehr. Damals war meine bevorzugte Info-Quelle die gute alte Backpackerfibel „Lonely Planet“ oder das etwas jüngere „Reise-Know-How“. Die boten mir alles was ich wissen wollte: Infos zum Reiseland, ein paar Brocken Landessprache, günstige Übernachtungsmöglichkeiten und gute Restauranttipps. Das reichte um die Reise grob zu planen, der Rest ergab sich unterwegs.

Ich lies mich treiben und war offen für Vorschläge von anderen Reisenden. Und dann gab es ja noch die schwarzen Bretter in Hostels als Info-Quelle. Selbst mit Kind Nummer 1 (alleine und ohne Herr L.) bin ich noch spontan und nur mit grober Planung verreist, muss aber zugeben, dass das mitunter verdammt anstrengend war. Vorne das Kind, hinten der Rucksack…, aber andererseits habe ich dabei unglaublich nette und hilfsbereite Menschen kennen gelernt.

Reiseplanung mit Kindern

Reiseplanung mit Kindern

Noch später (endlich: Auftritt Herr L. und Kinderschar) war spontanes Verreisen nicht mehr möglich. Mit vier Kindern im Gepäck ohne Ziel und Plan (dafür aber mit begrenztem Budget), das ging gar nicht. Bereits Monate vor der geplanten Reise verbrachten Herr L. und ich viele Stunden am Rechner auf der Suche nach bezahlbaren Flügen und einem günstigen und ausreichend großen Ferienhaus. Das Angebot war riesig und die Entscheidung entsprechend langwierig und schwer.

Mehr aus Zufall sind wir auf eine andere Info-Quelle gestoßen: der Kleinanzeigenteil von „Schrot & Korn“ (umsonst erhältlich in jedem Bioladen). Die dort inserierten Häuser passten besser zu unserer großen Patchwork-Familie und zu unserem Anspruch an eine individuelle Unterkunft. Infos über die Region gab es vom Hausbesitzer meist gratis dazu. Die für uns wichtigen – wo gibt es die größte Pizza – wo ist die perfekte Badestelle – wo schmeckt das Eis am besten – stehen eh nicht in Reiseführern. Nur Landkarten hatten wir immer dabei. Herr L. liebt Landkarten, er verschafft sich damit gerne einen Überblick. Meine Angewohnheit die Karte so zu drehen, dass die Straße in die Richtung zeigt, in die wir fahren müssen, treibt ihn in den Wahnsinn.

Reiseplanung im Word Wide Web

Heute sind wir wieder ohne Kinder unterwegs. Immer noch ein bisschen spontan und ungeplant. Vor kurzem wollten wir zum Wandern nach Kreta, sind dann aber nach scharfem Protest eines griechischen Freundes (was wollt ihr da, da fahren doch alle hin, ich weiß was besseres) im Pindusgebirge in den Zagorischen Dörfern gelandet. Eine wunderbare Entscheidung. Ein ausführlicher Reisebericht dazu steht noch aus, einen kleinen Einblick findet ihr auf unserem Reiseticker. Die aktuelle Planung – Silvester in Wien – wurde mangels bezahlbarem Hotel umgeworfen. Unser neues Ziel – Gent – haben wir durch Zufall im Netz entdeckt.

Überhaupt holen wir uns inzwischen viele Infos aus dem Netz. Andere Reiseblogs sind eine großartige Quelle. Persönliche und authentische Reiseberichte und tolle Bilder machen so richtig Lust auf die vorgestellten Reiseziele. Individuelle Unterkünfte buchen wir in der Regel über air.bnb. Dabei haben wir viele spannende Menschen kennen gelernt, die uns dann wiederum mit echten Insider-Tipps zu ihrer Stadt versorgten. Die (für Herr L. so wichtigen) Landkarten wurden durch eine App ersetzt. Und in einem Funkloch fragen wir einfach den Nächstbesten der vorbei kommt. Mietwagen, Bahn- oder Flugtickets buchen wir auch meistens online.

Fazit: Unsere wichtigsten Info-Quellen für Reisen

  • Info-Quelle Nummer eins sind für uns Tipps von Freunden und anderen Reisenden. Oft finden wir unser nächstes Reiseziel im Gespräch mit Reisenden während einer Reise.
  • Reiseführer sind bei langen Reisen in ferne Länder durchaus nützlich, zumindest wenn sie gut recherchierte, handfeste und aktuelle Informationen zu empfehlenswerten Zielen, Unterkünften und Restaurants enthalten.
  • Für die grobe Reisplanung im Vorfeld und einen ersten Überblick habe ich mir früher gerne Reiseführer in der Stadtbibliothek ausgeliehen oder stundenlang im Buchladen geschmökert. Dabei ziehe ich gut bebilderte Reiseführer vor. Langatmige Infos zu Sehenswürdigkeiten und deren Geschichte interessieren mich persönlich eher weniger.
  • Inzwischen hole ich mir oft Reise-Infos aus dem Netz. Es gibt so viele großartige Reiseblogs mit tollen Bildern. Da ist für jeden Geschmack was dabei. Eine ziemlich ausführliche Reisebloggerliste findet ihr übrigens hier: http://reiseblogger-kodex.com/reiseblogger-verzeichnis/ oder auf der monatlichen Blogschau im Weltreiseforum.
  • Zumindest in Ländern mit gutem Funknetz ersetzt das Handy bei uns heute immer öfter den traditionellen Reiseführer und auch die bei Herr L. so beliebten Landkarten. Und das trotz unserer Vorliebe für Gedrucktes. Mit dem Handy findet man vieles einfach schneller und es gibt wenig was man nicht findet. Eine vor Ort gekaufte SIM-Karte hält die Kosten dabei im Rahmen.
Die Kölner Weihnachtsmärkte

Die Kölner Weihnachtsmärkte

by Frau K. Wochenendtipp

Also wenn ich Weihnachtsmärkte mögen würde, dann wäre Köln genau die richtige Stadt für mich. Die Weihnachtsmarkt-Dichte in der Kölner Innenstadt ist wirklich extrem hoch und es ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Für Bahnreisende und Dom-Fans: der Weihnachtsmarkt am Dom, wer es nicht selbst hin schafft kann per Webcam einen Blick auf das Treiben werfen.

Für Schlittschuhläuferinnen und -läufer: der Weihnachtsmarkt am Alter Markt mit seiner riesigen Eisfläche.

Für alle, die gerne einmal einem echten Engel begegnen wollen: der Weihnachtsmarkt am Neumarkt.

Für alle die eher auf den Nikolaus stehen: der Weihnachtsmarkt am Rudolfsplatz, mit schicker Stadttor-Kulisse.

Für alle die eher auf Klaus (oder Uschi) stehen: der schwul-lesbische Weihnachtsmarkt im “Bermuda-Dreieck” zwischen Schaafenstraße und Pilgrimstraße.

Für Feuerzangen-Nostalgiker: der Weihnachtsmarkt auf dem Chlodwigplatz, mit der größten Feuerzangenbowle ever! 9.000 Liter blubbern hier in einem vier Meter hohen Topf.

Für Matrosen, Freibeuter und Schokoholics: der Hafen-Weihnachtsmarkt am Schokoladenmuseum.

Für Hipster mit Sinn für Romantik: der Weihnachtsmarkt im Stadtgarten.

Wochenendtipi Weihnachtsmärkte in Köln

Montag ist der letzte Weihnachtsmarkttag, die allerletzte Chance auf einen Weihnachtsmarktbesuch in diesem Jahr. Also wenn ihr auf Weihnachtsmärkte steht dann nichts wie hin!

Von Santa Maria di Leuca nach Santa Cesarea

Von Santa Maria di Leuca nach Santa Cesarea

by Frau K. Am Meer Italien Salento

Wir sind zu Besuch bei einem Freund. Ganz im Süden von Italien, im Stiefelabsatz, im südlichen Salento. Ein paar Tage hat Daniel uns in seinem in die Jahre gekommenen Mercedes rumkutschiert. Jetzt muss er wieder arbeiten. Der Wind weht, die Kite-Schüler warten. Damit wir nicht die ganze Zeit im schönen aber überschaubaren Lecce rumsitzen müssen leiht er uns sein Auto. Sein einziger Wunsch: “Kommt zurück bevor es dunkel wird, die vorderen Scheinwerfer sind kaputt.” Sprach’s und verschwand Richtung Strand.

Uns freut’s. Rumgefahren werden ist toll. Vor allem wenn der Fahrer sich gut auskennt, die Sprache spricht und uns die tollsten Plätze zeigt. Aber alleine fahren ist noch toller. Die Richtung selbst bestimmen, die schönsten Plätze selbst entdecken und sich mit Händen und Füßen verständigen. So fühlt sich Urlaub an.

Unser Ziel ist der südlichste Zipfel im italienischen Stiefelabsatz – Santa Maria di Leuca. Die Fahrt von Lecce nach Leuca verläuft unspektakulär. Wir wählen die Schnellstrasse und fahren durch süditalienisches Niemandsland. Verblichene Farben, gesichtslose Dörfer nur ab und zu ein paar uralte knorrige Olivenbäume. In Leuca dann endlich das Meer. So blau und so weit. Für mich immer wieder ein beeindruckender Anblick. Ich stehe eine Weile an der Balustrade am südlichsten Punkt von Santa Mario di Leuca und starre ins Blau. Herr L. klettert auf den zerklüfteten Felsen herum – er will ein Foto machen auf dem nur Meer und Himmel zu sehen ist. Derweil reisst mich eine Gruppe Radfahrer aus meiner Meeres-Meditation: “Una fotografia per favore.” Da sag ich doch nicht nein.

Steilküste Salento Leuca
Salento Leuca
Aussichtspunkt Leuca
Leuchtturm Salento Leuca
Radler in Leuca

Das kleine Städtchen Leuca (dessen Name aus den griechischen Wort Leucos für Licht abgeleitet wurde) war Anfang 1900 ein beliebter Ferienort für reiche Süditaliener. Gewohnt wurde in edlen Jugendstilvillen. Dort kann man sich immer noch einmieten. Aber auch für die wenige betuchte Klientel gibt es zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten. Im Mai ist es hier recht ruhig. Internationale Touristen finden selten den Weg so weit nach Süden. Ab und dann hält ein Bus mit Schweizer Pensionären, nimmt eine der Tavernen am Strand in Beschlag und ist schnell wieder verschwunden. Die nächste Sehenswürdigkeit ruft.

Wir nehmen uns Zeit und stärken uns erst einmal mit süßen gefüllten Hörnchen, Espresso und Tee bevor wir uns die hoch über dem Hafen gelegene Basilika Santa Maria De Finibus Terrae, die Kirche am Ende der Welt und den direkt daneben gelegenen Leuchtturm anschauen. Der Wind weht uns hier oben um die Ohren und wir denken einen Moment an Daniel, der sich gerade mit seinen Kite-Schülern abmüht. Kurz spült es eine Busladung Touristen durch die Basilika, dann haben wir sie wieder für uns. Im Vorraum der Basilika finden wir ganz unerwartet ein Souvenir, das wir für die Weiterfahrt im klapprigen Mercedes gut brauchen können.

Kirche Cristo Re in Leuca
Basilika Santa Maria de Finibus Terrae Leuca
Leuchtturm Leuca
Santa Maria de Finibus Terrae Aussenplatz

Wir fahren jetzt auf einer sehr kleinen Straße direkt an der Steilküste entlang. Rechts und links blühen hunderte von Blumen auf den Wiesen, sie gehören zum Parco Naturale Regionale Costa Otranto – S.Maria Leuca – Bosco Trickse (ganz schön komplizierter Name für ein bisschen Grün). Das Meer hat viele Höhlen und Grotten in die zerklüfteten Felswände gegraben. Wer will kann die schönsten mit dem Boot erkunden. Touren werden in jedem Ort an der Küste angeboten. Wir bleiben an Land und halten an wo immer es uns gefällt. Sehr schnell kommen wir auf die Art nicht voran, eine kleine Bucht will ich am liebsten gar nicht mehr verlassen. Fast schon habe ich den Makler angerufen, der eine entzückende Villa zum Verkauf anbietet, alleine mein magerer italienischer Wortschatz hält mich ab und dann ist da noch Herr L., der lieber einen der lustigen kleinen Steinbunker kaufen will, die alle paar Meter in der Landschaft rum stehen.

Blick aufs Meer Salento Steilküste
Treppe zur Badebucht Steilküste Salento
Badebucht Steilküste Salento
Bucht Steilküste Salento
Verkaufsschild Steilküste Salento
Bunker Steilküste Salento

Am späten Nachmittag erreichen wir Santa Cesarea, einen malerischen Ort, perfekt für eine kleine Stärkung. Auf Plastikstühlen genießen wir hervorragende Spaghetti di cozze und blicken verwundert auf ein orientalisch anmutendes Gebäude mit einer unübersehbaren orangenen Kuppel. Die Villa Sticchi, wie ich später im Netz bei “Go South East” (ein sehr lesenswerter Blog über Italien und Griechenland) erfahre. Den Ort mit seinen wunderschönen Villen hätten wir uns gerne noch länger angeschaut, aber die Zeit drängt. Gegen neunzehn Uhr wird es dunkel und bis dahin müssen wir zurück in Lecce sein.

Gagliano del Capo
Meerblick Salento Steilküste
Angler Steilküste Salento
Alter Leuchtturm Steilküste Salento
Therme Santa Cesarea
Plastikeistüte Santa Cesarea
Küste Salento
Maria aus dem Automaten

Maria aus dem Automaten

by Frau K. Reisesouvenirs

Wir stehen in Santa Maria di Leuca lässig auf eine Balustrade gelehnt und blicken in ein unendliches Blau. Oben zartblauer Himmel, unten tiefblaues Meer. Mehr Postkarte geht nicht. An klaren Tagen soll am Horizont das albanische Festland zu sehen sein. Heute verwischt blauer Dunst die Sicht. Am Capo Santa Maria di Leuca, am südöstlichsten Punkt von Italien, trifft das Adriatische Meer auf das Ionische Meer. Früher war hier die Welt zu Ende. Heute sind der 1846 gebaute Leuchtturm und die spätbarocke Basilika Santa Maria de Finibus Terrae beliebte Ausflugsziele vorwiegend für italienische Touristen. Hochsaison ist im August. Dann wird die Statur der Jungfrau Maria von der Basilika in die Kirche des Cristo Re gebracht, wo sie über Nacht bleibt. Bevor sie am nächsten Tag, an Maria Himmelfahrt, durch die Straßen getragen wird und schließlich, nach einem kleinen Bootsausflug in den Hafen von San Georgio, in die Basilika zurückkehrt. Für das nachfolgende Feuerwerk und die ausgiebigen Feiern hat die Dame nur noch ein nachsichtiges Lächeln übrig.

Jetzt, Anfang Mai, finden nur wenige Besucher den Weg in die Basilika. Kurz müssen wir den wunderschönen Kirchenraum mit einer Busladung Schweizer Pensionäre teilen. Der Spuk ist jedoch schnell vorbei, die Reiseführerin drängelt, die nächste Sehenswürdigkeit wartet schon. Auf uns wartet nur ein uralter geliehener Mercedes, mit dem wir gemütlich an der schroffen Steilküste entlang tuckern. Einzig limitiert von der Nacht. Die Scheinwerfer sind defekt, daher sollte unser Ausflug besser vor Einbruch der Dunkelheit beendet sein. Für alle Fälle erstehen wir am Ausgang der Basilika Santa Maria de Finibus Terrae zwei Heiligenkärtchen im Kreditkartenformat und klemmen sie hinter die Sonnenblende. Zuhause bekommen sie einen schönen Platz auf unserem multireligiösen “Liebe-deinen-Nächsten” Altar.

Die mittelalterliche Festung Zons

Die mittelalterliche Festung Zons

by Frau K. Wochenendtipp

Unser heutiger Wochenendtipp führt euch in die Festung Zons in der Nähe von Dormagen. An den Adventswochenenden finden in dem malerischen Dorf die traditionellen Aufführungen der Lebenden Krippe statt. Wer es an diesem Wochenende nicht schafft kann immer noch am nächsten Wochenende den Adventsmarkt “Handwerker bei der Arbeit” im Kreismuseum Zons besuchen.

An den beiden Advents-Wochenenden jeweils Samstags um 17 Uhr, Sonntags um 15 und 17 Uhr. Infos: Tel. 02133/40311

Der Wochenmarkt in Köln Nippes

Der Wochenmarkt in Köln Nippes

by Frau K. Wochenendtipp

Noch nichts vor am Wochenende? Wie wäre es mit unserem Wochenendtipp?

Auf dem Nippeser Wochenmarkt tobt an sechs Tagen in der Woche das pralle Leben und einmal im Monat, wenn Flohmarkt ist, sogar an sieben. Diesen Sonntag ist es wieder soweit. Für alle die noch nicht in der Stimmung für Weihnachtsmarkt Romantik sind, die Gelegenheit trotzdem über einen Markt zu schlendern. Und hinterher dann auf einen Kaffee oder Tee zu den Büdchenmädchen Ilka und Marthe.

In der Wüstung Wollseifen

In der Wüstung Wollseifen

by Frau K. Herr L. unterwegs

Vor einer ganzen Weile hat Herr L. die Wüstung Wollseifen mit seiner Kamera besucht. Damals war er noch analog unterwegs. Mitgebracht hat er schöne Bilder in schrägen Farben, die sehr gut zu diesem verloren Ort passen.

Wollseifen war einmal ein kleines Dorf in der Eifel. War, weil es nach dem zweiten Weltkrieg geräumt und mitsamt dem umliegenden Gelände zunächst von den Briten und später von den Belgiern als Truppenübungsplatz verwendet wurde. 2006 wurde dieser aufgegeben und das verlorene und vergessene Dorf ist seitdem wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Auf den Fotos sind einige der ursprünglichen Bewohner des Dorfes zu sehen, die das Gelände und ihre früheren Häuser oder besser gesagt, das was davon übrig ist, besichtigen. Drei Wochen hatten sie im August 1946 Zeit um ihr Dorf zu verlassen. Wie fühlte sich das damals an? Und wie ist es heute in das zerstörte Dorf zurückzukehren? Welche Erinnerungen kommen dabei hoch? Herr L. muss gar nicht danach fragen. Die früheren Wollseifer erzählen gerne. Traurige Geschichten aus dem Krieg, aber auch fröhliche aus ihrer Kindheit in der kleinen Dorfgemeinschaft. So richtig vorstellen kann er sich nicht, wie das Dorf damals aussah. Die meisten alten Häuser sind vollständig zerstört. Überall wächst Gras. Es ist still. Eine unwirkliche Stimmung liegt über dem ganzen Gelände.

Auf Landkarten ist Wollseifen als Wüstung eingetragen, ein Begriff für aufgegebene, verlassene und verfallene Orte. Geografen machen übrigens recht kompliziert anmutende Unterscheidungen zwischen verschiedenen Wüstungsarten. Hier liegt, wenn ich das alles richtig verstanden habe, eine Totalwüstung (Kombination aus Flur- und Ortswüstung) vor. Nicht zu verwechseln mit der partiellen Wüstung oder gar der temporären Wüstung.

Zu erreichen ist die Wüstung zum Beispiel über eine geführte Wanderung vom Kulturkino Vogelsang aus. Die dreistündige Wanderung findet immer sonntags um 13 Uhr statt. Die Teilnahme ist kostenlos und man muss sich nicht anmelden.

Das Gewürzhaus in Düsseldorf

Das Gewürzhaus in Düsseldorf

by Frau K. Wochenendtipp

So ganz langsam wird es draußen üsselig. Die perfekte Zeit für einen Besuch im Gewürzhaus in Düsseldorf. Dort schickt Frau K. ihre Nase gerne auf Weltreise. Ein Päckchen Curry lässt das Reisebudget immer zu. Beim Flug ins Ursprungsland sieht es da schon anders aus. Um diese Jahreszeit gehören natürlich auch noch die klassischen Weihnachtsgewürze in den Einkaufskorb. Nelken,  Zimt, Anis, Muskatblüte und Vanille – und dann ab nach Hause Plätzchen backen.